Eins ist Fakt: Selbst wer nichts mit RoboCop an der Platine hat und Science Fiction eher doof findet - die Ludwigshafener Jagd nach dem „Quetsch-Monster“ ist auch für Anti-Arnolds sehenswert. Warum? Ein schwer greifbares Thema so verständlich und spannend (unbedingt bis zum Ende dranbleiben - ich sag‘ nur „Terminator-Moment“) zu inszenieren, ist in der deutschen Krimilandschaft ein Sonderlob wert. Die Verbindung von Mensch und künstlicher Intelligenz? So sehr Science Fiction ist das gar nicht. Es gibt sie, die ernstzunehmenden Wissenschaftler, die an eben genau dieser Verknüpfung zwischen menschlichem Gehirn und Rechner arbeiten, um den Homo sapiens zu optimieren. Für den Durchschnittszuschauer dürfte das so realitätsfern sein, dass es vielen so ergehen mag wie Kommissarin Odenthal - die schwankt emotional irgendwo zwischen Faszination und Entsetzen. Medizinischer Fortschritt? Oder der Anfang vom Ende? Während Professor Bordauer (gespielt von Sebastian Bezzel, dem Ex-Konstant-Tatort-Kommissar) Gehirne frisiert, frisiert die Mucki-Gang in der Werkstatt Autos. Was uns das sagt: Wir Menschen neigen dazu, alles, was wir haben, verbessern zu wollen. Da müssen wir auf ein Gehirn-Update nicht mehr lange warten. Wer da wie Pfarrer Ellig (Hallo, Heinz Hoenig!) gegensteuert, muss sich auf wütenden Cyborg-Besuch einstellen. Der Gegenpart: all jene, die sich durch die Forschung mehr Lebensqualität erhoffen. Querschnittsgelähmte beispielsweise, die dank Gehirnstimulation wieder laufen könn(t)en. Fazit: Ludwigshafen liefert Braintuning für alle! Kommt schließlich nicht allzu häufig vor, dass ein Krimi weit über die Sendezeit hinaus im eigenen (Bio-)Hirn nachhallt.