Huch, den hatten wir doch schon mal. Ganz kurz war die Freude, dass Kopper wieder da war. Pustekuchen, das war eine Wiederholung. Klar, RTL zeigt Fußball. Wer schaltet da den Tatort ein? (Ich.) Allerdings: Die Enttäuschung über eine Wiederholung war am Ende genau so kurz wie die Freunde über ein vermeintliches Kopper-Comeback. Fast nostalgisch hat es sich angefühlt, die beiden Traditionsermittler noch einmal so schön zusammenlebend und zusammen ermittelnd zu sehen. Der Ludwigshafener Tatort war nie Kritiker-Liebling, dabei hat gerade diese Wiederholung gezeigt: Damals, als Kopper noch seinen rustikalen Charme in der ARD versprühte, haben die Macher des Ludwigshafener Tatorts vor allem eins geliefert: solide Krimis. Und nein, es war tatsächlich nicht abzusehen, dass der Unschuldige dann doch schuldig war und hinter dem Todesfall ein perfider Plan gesteckt hat. Anna Loos war noch einmal zu erleben, bevor sie sich entschieden hat, zur Kunstfigur zu mutieren. Sämtliche Darsteller waren stark. Die Geschichte: ordentlich erzählt, ohne allzu viele Wendungen und Wirrungen, eine, der man an einem Sonntagabend noch gut folgen konnte. Das hat sich in Ludwigshafen leider nach dem Ausscheiden von Andreas Hoppe deutlich verändert. Es folgten Experimentalkrimis, die man gut oder schlecht finden kann, die aber so gar nichts mehr mit dem guten alten, soliden, freundlichen, unaufgeregten und berieselungsgeeigneten Tatort von Odenthal und Kopper zu tun haben. Manchmal ist halt Omas Eierkuchen besser als blanchiertes Fusion Food. Und so wie Omas Eierkuchen mit Schuss hat sich dieser Sonntagabend im Ersten angefühlt. Insofern: Gar nicht so schlimm, dass es eine Wiederholung war. Hin und wieder stimmt es eben: Früher war’s besser. Diese Woche ist übrigens Tukur alias Murot an der Reihe. Das hat dann sicher so gar nichts mehr mit Omas Eierkuchen zu tun.