Ich warte die ganze Zeit darauf, dass Kevin Bacon gleich ins Bild springt und anfängt zu „Footloose“ zu tanzen. Und nicht nur die Kommissare Janneke und Brix, sondern alle Figuren dazukommen und mittanzen. Aber das passiert nicht. Schade. Es würde großartig zum gelbstichigen Frankfurter Retro-Tatort im 80er-Stil passen. Statt dazu passend in schrillen Farben daher zu kommen, erinnert das Ganze an ein altes, leicht ausgeblichenes Foto.

Gar nicht blass waren die Figuren. Da überzeugt Peter Trabner – gerade noch Stulle mampfender Rechtsmediziner im Dresdner Tatort, was anfangs etwas verwirrt – als sensibler und doch gewitzter Ehemann. Großartig ist Katharina Marie Schubert als dessen Ehefrau Biggi, die mit so einer wunderbaren Ups-Mentalität tötet, dass man ihr gar nicht böse sein kann.

Wirklich jede Nebenrolle überzeugt in diesem Tatort: Ronald Kukulies als großkotziger Möchtegernganove „Sahni“, Uwe Ohlberger als sein Kumpan, der gar nicht richtig böse sein will, aber doch Gefallen daran findet. Unbedingt erwähnenswert ist auch Judith Engel als Witwe, die mit ihrem herzigen doof-lethargischen Spiel an Evelyn Hamann erinnert. Das könnte jetzt so weiter gehen. Jede – und es gab viele – Nebenfigur hat gepasst, hat Spaß gemacht.

Die Frankfurter Kommissare Janneke (Margarita Broich) und Brix (Wolfram Koch) wirken hingegen auch im Spiel etwas ausgeblichen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass sie sich durch den ganzen Tatort frieren müssen, weil Heizung kaputt und Winter. Nur zur Erinnerung: Beim letzten Frankfurter Fall wurde anhaltend geschwitzt.

Ich muss das jetzt mal abkürzen: Angucken !

„Tatort: Falscher Hase“ Wiederholung Dienstag, 0.55 Uhr,  ARD.