Es will nicht zulassen, dass Lebensgrundlagen für Flora und Fauna, aber damit auch die wirtschaftliche Basis der Region, der Tourismus, ge- oder gar zerstört werden.

Voraussichtlich im Februar 2013 sollen erste Analysen vorliegen, wie die Landesbehörden mit den Problemen umgehen wollen. Das Aktionsbündnis mit Partnern aus der Region zwischen Spremberg und dem Spreewald will seinen Forderungen bereits am kommenden Dienstag in Raddusch Nachdruck verleihen - und hofft auf breite Resonanz bei Bürgern, Institutionen, Vereinen und Kommunen.

"Über 100 Jahre Braunkohlebergbau und Energieversorgung sichern bis heute Tausende Arbeitsplätze in der Region. Die mit der Flutung der Tagebaue verbundenen Folgen werden allerdings noch Generationen beschäftigen. Schon heute bieten der Tourismus sowie die Land- und Nahrungsgüterproduktion im Wirtschaftsraum Spreewald mehr als 12 000 Jobs", sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Spreewald, Peter Stephan.

Das zu bewahren, solle allen Entscheidungsträgern klar gemacht werden. Deshalb will das Bündnis vor allem den Aufsichtsrat des Bergbausanierers LMBV ansprechen. Bei dem Unternehmen liege die Verantwortung für die Renaturierung - und das nötige Geld. Stephan: "Der Bund hat mehr als 500 Millione Euro für die nächsten Jahre zur Verfügung gestellt." Fehler des Aufsichtsrates wie beim Großflughafen BER sollten vermieden werden, so der Tourismus-Chef.

Isabell Hiekel vom Förderverein für Naturschutz im Spreewald sieht die Arbeit vergangener Jahre gefährdet, wenn die Verockerung der Spree nicht aufgehalten wird. Der Verein hat das Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald mit dem Zweckverband umgesetzt. "Wir können nicht zulassen, dass diese Arbeit durch die Folgen des Braunkohlenbergbaus zunichtegemacht wird und die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft des Biosphärenreservates dauerhaften Schaden nimmt." Die Gründung des Bündnisses "Klare Spree" sei ein wichtiger Schritt, die Kräfte zu bündeln. Isabell Hiekel: "Dabei geht es nicht um das immer wieder auftretende Eisenocker in den kleinen Spreewälder Wiesengräben, sondern um die enormen Ockerfrachten aus den Bergbausanierungsgebieten. Diese müssen aufgehalten werden, bevor sie das Gewässernetz des Spreewaldes erreichen und ökologisch veröden." Zudem müssten für jetzt schon belastete Gewässer wie die Spree bei Spremberg sowie einige Zuflüsse zum Spreewald, Lösungen "gegen die Ocker- und Sulfatfracht" eingeleitet werden.

Das Bündnis demonstriere eine für die Region bislang beispiellose Geschlossenheit. Tourismusvereine, Biosphärenreservat, Naturschützer, Angeler, Fischer und Landwirte sitzen mit im Boot. Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) will in der kommenden Woche mit Ministerpräsident Matthais Platzeck (SPD) über die Probleme reden - am Rande der Eröffnung des Therme-Hotels in Burg, bei der der Spreewald seine schönen Seiten feiern wird. Jana Eitner vom Tourismusverein Burg: "Wir werden nicht zusehen oder abwarten, dass dem Wirtschaftsstandort Spreewald die Basis entzogen wird. Die Region lebt vom und für den Tourismus als einzige Alternative für eine Zeit nach der Kohle."

Gründungstreffen (mit Wahl eines Sprecherrates) am Dienstag, 4. Dezember um 18 Uhr im Hotel "Radduscher Hafen", Radduscher Dorfstraße 10

www.klare-spree.de