Den Londoner Fußballklub FC Chelsea, für den der deutsche WM-Kapitän seit dem vergangenen Sommer kickt, will der Öl-Tycoon Roman Abramowitsch unbedingt behalten - selbst wenn sich seine Scheidung wirklich als die teuerste in der Geschichte erweisen sollte.
"Geschäftsinteressen von Mr. Abramowitsch, darunter auch der FC Chelsea, werden durch die Scheidung nicht beeinträchtigt", betonte John Mann, der Sprecher des 40-jährigen Multimilliardärs. Kein Wort kam ihm zur Höhe der Abfindung über die Lippen, die Abramowitsch an seine 38-jährige Ex-Frau Irina zahlt.
Doch sicher ist, dass "nun der Rubel rollt", wie es ein Londoner Boulevardblatt formulierte. Die einstige Aeroflot-Stewardess und fünffache Mutter muss sich über ihr Bankkonto noch weit weniger Gedanken machen als ein hoch bezahlter Profikicker wie Ballack.
"Red Rom" (der rote Rom), wie der Fußballfan Roman aus der malerischen Wolgastadt Saratow in London genannt wird, habe "dafür gesorgt, dass seine Frau und seine Kinder enorm wohlhabend sind", sagte ein Freund Reportern. Der Ex-Frau kommt zu Gute, dass sie Abramowitsch zu einer Zeit geheiratet hatte, als der ehrgeizige Jungunternehmer - schon als Student hatte er die Firma "Ujut" (Gemütlichkeit) gegründet, die unter anderem Gummienten und Fußbälle herstellte - von einer Milliardärskarriere noch träumte.
Als Stewardess soll ihm Irina von Reisen in den Westen Modelle und Ideen für seine Unternehmungen mitgebracht haben. Den Löwenanteil seines auf 14 Milliarden Euro geschätzten Vermögens - laut "Forbes" steht er auf Rang 16 der weltweiten Reichenliste - verdiente der rote Rom im russischen Ölgeschäft, nachdem ihm eine Schweizer Firma das Startkapital vorstreckte.
Da war er längst mit Irina verheiratet, so dass ihr nun - jedenfalls nach britischem Recht - die Hälfte seines Reichtums zustehen würde. Londoner Medien berichteten allerdings, Mrs. Abramowitsch habe sich gegen die Taube auf dem Dach und für den Spatzen in der Hand entschieden. Um einen Rechtsstreit zu umgehen, soll sie einen "kleineren Teil" des Vermögens akzeptiert haben. Der dürfte freilich immer noch atemberaubend sein - die höchsten Schätzungen halten vier Milliarden Euro für möglich. Die geringsten Schätzungen gehen von 1,5 Milliarden aus. Das ist deutlich mehr als das Gesamtvermögen von Ex-Beatle Paul McCartney, dessen Scheidung vom Ex-Fotomodell Heather Mills einen nun eher an Peanuts denken lässt.
Hinzu kommt, dass sie nun aus einem bunten Strauß von Sachwerten ein paar schöne Stücke auswählen darf, darunter traumhafte Yachten, Villen, Luxusautos und Privatflugzeuge. Größtes Interesse an einer streitlosen Trennungslösung schien vor allem Abramowitsch gehabt zu haben. Immer lauter wurde über ein romantisches Verhältnis mit dem bildhübschen jungen Model Daria Schukowa gemunkelt.
Um ein Haar wären wohl gar potenziell kompromittierende Bilder in die Öffentlichkeit geraten, die Irina vor Gericht hätte verwenden können. Sie sollen Abramowitsch mit seiner Geliebten in Paris zeigen. Französische Fotografen hatten sie britischen Boulevardblättern angeboten.
Der weitere Verlauf der Geschichte sieht nach einer Demonstration der Macht eines der reichsten Männer der Welt aus: Die Fotografen zogen ihr Angebot im letzten Moment zurück. Sie hätten Anrufe erhalten, berichtete die "Sun", die ihnen klar machten, dass sie im Falle einer Veröffentlichung "in Grund und Boden prozessiert werden".