"Durch unsere heutige Sammlung konnten wir einen weißen Fleck in der deutschlandweiten Pilzkarte beseitigen. Das Gebiet um Leuthen war bisher nur mit sechs Pilzarten benannt. Jetzt können wir über 50 weitere Arten hinzufügen. Wir werden die Informationen und Nachweise dazu an Berlin weitergeben", so der Pilzsachverständige Lutz Helbig nach der Drebkauer Wanderung.

Mit der Rückkehr zum Raakower Vereinsheim des 1. Drebkauer Angelvereins endete der Pilztag noch nicht. Die Pilze wurden ausgebreitet und ihren Namen zugeordnet. Durch die Schilderfarben Rot, Grün und Gelb war für jeden Betrachter auch sofort erkennbar, ob der Pilz giftig oder ess- beziehungsweise genießbar ist. Bei der Zuordnung der Funde ließ sich Lutz Helbig auch von den sachverständigen Kollegen Klaus Wilde aus Forst und Rainer Tietze aus Radensdorf bei Lübben helfen. Alle drei freuten sich über den Rosahütigen Hexenröhrling: Das sei ein äußerst seltener Fund. Wissenschaftliche Unterstützung hatten die drei Waldfruchtexperten vom Mykologen Rene Ullrich von der TU Dresden. Und es gab viele Fragen. So erzählte Lutz Helbig Manfred Nagora aus Drebkau viel über rote Täublinge. Die Cottbuser Studentin Marlen Henning kam mit ihrem Freund Bernard Cheret aus Rheinland-Pfalz, Vater Michael sowie Bruder Martin. "Mich interessiert dieser kleine rotbraune Baumpilzgruppe. Er soll sogar im Winter zu finden sein". Letzteres bestätigte ihr Lutz Helbig: "Das ist der Winterrübling. Er ist gut gegen Frost geschützt. Den kann man einfrieren, der Frost tut ihm nichts, und bei Bedarf braten, allerdings nur die Kappen."

Zu den Wiederholungstätern bei der Drebkauer Veranstaltung gehörte Wolfgang Wiedemann aus Berlin. Er nahm einen riesigen Korb Birken- und Steinpilze mit in die Hauptstadt: "Ich komme jedes Jahr zu dieser Wanderung und auch diesmal habe ich wieder neue Arten kennengelernt. Die Atmosphäre ist hier immer sehr schön", so der Berliner.

Mitglieder des Angelvereins Drebkau bereiteten einen leckeren Pilzgulasch für alle zu. Sylvio Raschick von der Oberförsterei Drebkau, der das Revier Neuhausen leitet, hielt einen Vortrag über die Forst-Reform in Brandenburg. Er erklärte seinen 7000 Hektar großen Verantwortungsbereich und machte deutlich, dass nur Landeswaldförster über die Abgabe von Holz oder auch von Weihnachtsbäumen an die Bevölkerung entscheiden können.