Der Geistliche aus dem osthessischen Gersfeld ist im Namen des Herrn im Musikgeschäft unterwegs - und als Spendensammler. Sein Talent und seine Vorliebe stellt er in den Dienst von karitativen Projekten.

Pfarrer Dauner, seit 27 Jahren in Gersfeld, ist ein humorvoller Rheinländer aus Leverkusen, der gern lacht. Er erzählt auch gern Witze über die Konkurrenz zwischen Kölnern und Düsseldorfern. Noch besser aber macht er Musik. In 18 Jahren Musikkarriere hat er bereits zehn CDs herausgebracht. Im Oktober ist sein elftes Album unter dem Titel "In der Tiefe" erschienen. Auflage: zunächst 3000 Stück. Die Einnahmen aus den Verkäufen - bislang rund 92 000 Euro für alle Alben - steckt er sich aber nicht in die Tasche oder investiert sie in die Anschaffung einer luxuriösen Badewanne. Er spende für ein Jugendzentrum in Bolivien, sagt er.

Mit den Erlösen aus seinem aktuellen Album wird er die Schallmauer von 100 000 Euro an Spenden durchbrechen. "Ich hätte nie gedacht, dass das alles so erfolgreich wird", sagt er.

Das Bistum Fulda findet Dauners Engagement toll. "Mit Musik kann man viele Menschen ansprechen. Bei Hardrockern wird ihm das in seinem Fall zwar wohl nicht gelingen", sagt Bistumssprecher Christof Ohnesorge. "Aber es ist schön, wenn der Pfarrer so vielleicht Menschen anspricht, die der Kirche nicht so nah stehen."

Pfarrer Dauners ruhiger Bibel-Pop orientiert sich an religiösen Inhalten und geht in eine spirituelle Richtung. "Die Texte sind wie Predigten, nur auf musikalische, unterhaltsame und berührende Weise. Manche hören die Lieder, wenn sie Mut schöpfen wollen oder Trost brauchen bei Schicksalsschlägen", erklärt der singende Pfarrer seinen Stil und seinen Anwendungsbereich. Darunter hat er aber auch auch Texte mit Rumba- oder Reggae-Rhythmus wie etwa im Song "Ihr seid das Salz dieser Erde".

Auf der CD sind 13 Lieder und zwölf Meditationen. Die Meditationen sind kurze, gesprochene Einschübe - geistliche Worte und Anregungen. Unter den Liedern befinden sich fünf Eigenkompositionen. Seine Liedtexte findet er in Büchern. Zahlreiche Zeilen stammen aus der Feder von Detlev Block, einem evangelischen Pfarrer im Ruhestand und Lyriker. Damit es nicht zu angestaubt zugeht, nimmt er auch Anleihen bei Udo Jürgens, Bob Dylan oder Florian Silbereisen. "Die Texte dürfen aber nicht zu schmalzig sein. Das mag ich nicht."

Dauner hat Musik einfach im Blut. "Ich singe bei Pfarrfesten, auch mal Andrea Berg, schnappe mir das Mikro und gehe zu den Zuschauern." Er gibt Konzerte - "alles ehrenamtlich, es gibt nur Fahrtgeld" - und tritt beim örtlichen Fußballverein auf.