Das ist eben das Solidaritätszeichen für die Soldaten im Auslandseinsatz. Der Posten des Wehrbeauftragten des Bundestages verlangt Neutralität.

Was nicht heißt, dass der Inhaber nicht austeilen kann. Königshaus kann es. Auch gestern bei seinem letzten Jahresbericht. Königshaus hat genervt. Mit einer gewissen Berliner Schnoddrigkeit, denn er lebt seit 30 Jahren an der Spree. Auf die Frage nach der Anschlussverwendung sagt er militärisch-zackig: "Gesichert. Drei Enkel".

Er hat genervt mit seiner Akribie, er ist Jurist. Und mit Fleiß. Die 4416 Eingaben des Jahres 2014 scheint er alle zu kennen. Sie reichen vom Streit um Tätowierungen über die Schwächen des Nachtsichtgerätes "Lucie" bis zu Besoldungsfragen. 40 Truppenbesuche von Bamako bis Beirut, von Neuburg bis Nordholz, 96 Begegnungen mit Kommandeuren, Ministern und Präsidenten oberster Bundesbehörden sowie 112 Teilnahmen an Tagungen stehen in Königshaus' persönlicher Leistungsbilanz für das vergangene Jahr. Und wie in allen fünf Amtsjahren wieder ein ungeschminkte Bestandsaufnahme.

Schon seit seinem Amtsantritt 2010 hat er immer wieder auf die Mängel hingewiesen, zum Teil in Sonderberichten, die er direkt an den Verteidigungsausschuss richtete. Sehr zum Unmut der jeweils amtierenden Verteidigungsminister.

Königshaus war früher Richter. Er kennt das Prinzip des Schlussplädoyers. Seines lautet, dass die Bundeswehr deutlich mehr Geld braucht. Für die Gebäude, für Personal, damit die 185 000 Stellen wenigstens alle Vollzeit besetzt sind, für bessere Technik, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und dann hat er noch einen Wunsch zum Abschied: Die einheimischen Helfer der Bundeswehr in Afghanistan, darunter viele Dolmetscher, sollten als Flüchtlinge so unbürokratisch aufgenommen werden wie IS-Verfolgte aus Syrien. "Diese Menschen", so Königshaus, "haben unseren Respekt und unseren Dank verdient und nicht Misstrauen und Missgunst" .