Mit dem Smartphone in den Pool oder mit dem E-Reader in die Badewanne - so werben Hersteller für ihre Geräte Marke wasserfest. Für die Kunden verlockend, schließlich sind Wassergläser und Toiletten natürliche Feinde der Elektronik. Umso größer ist die Enttäuschung dann, wenn nach dem Praxistest doch das Display spinnt oder die Smartphone-Kamera schlapp macht.

Modelle: Von Smartphone bis Notebook haben viele Hersteller ihre eigene Outdoor-Linie. Die Geräte heißen dann zum Beispiel Tough- oder Dirtbook. "Technologisch sind das nicht die schnellsten Geräte", erklärt Yasmin Vetterl vom Computermagazin "Chip". Die oft klobigen Teile seien meist eher auf Lebensdauer ausgelegt. Sie lohnen sich daher vor allem für Nutzer, die häufig draußen unterwegs sind. Wasserfeste Modelle gibt es aber auch im High-End-Bereich: Das S7 von Samsung, die Xperia-Z-Modelle von Sony oder der E-Reader Tolino Vision 2 von Thalia sind nur einige Beispiele. Die Geräte haben flotte Hardware und sind so aufgebaut, dass möglichst kein Wasser hineinkommt. Preislich gesehen sind Outdoor-Geräte nicht unbedingt teurer als Standardmodelle.

IP-Schutzgrade: Ob und wie das Gerät vor Wasser geschützt ist, erkennt man an Hinweisen wie "wasserdicht nach IP68". IP steht für "Ingress Protection" oder "International Protection" und ist eine DIN-genormte Schutzart. Wie wasserfest ein Gerät ist, zeigt die zweite Ziffer: Je höher, desto besser der Schutz. "IPX6 ist gegen starkes Strahlwasser geschützt, IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen und IPX8 gegen dauerndes Untertauchen", erklärt Florian Wolff von Schutter vom Tüv Süd. Was das genau heißt, wird von den Herstellern definiert und meist auch in deren Handbüchern oder Webseiten erklärt. Unter Wasser gilt der Schutz beispielsweise meist bis einen Meter Wassertiefe für dreißig Minuten. Doch Vorsicht: "Die Hersteller können das auch draufschreiben, ohne dass geprüft wurde", sagt von Schutter. Und obwohl die IP-Schutzart nichts über die Art des Wassers aussagt: Salz- und Chlorwasser sowie Getränke schließen die Hersteller in ihren Bedingungen meist aus.

Gewährleistung: Manche Hersteller bieten überhaupt keine Garantie für Schäden durch Flüssigkeiten. "Wer ein Gerät kauft, sollte unbedingt die Vertragsbedingungen lesen und schauen, für welche Fälle der Wasserschutz gilt und wann die Gewährleistung und gegebenenfalls Garantie ausgeschlossen wird", rät deshalb Janine Hartmann von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Wann eine unsachgemäße Nutzung vorliegt, ist im Zweifel von den Nutzungs- und Vertragsbedingungen sowie den Werbeversprechen des Herstellers abhängig."

Schwachstellen: Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Der Knackpunkt ist das Gehäuse: Lücken oder Spalten, entweder direkt an der Abdeckung oder bei Anschlüssen wie dem USB-Port oder der Ladebuchse, machen den Schutz zunichte. "Der Gehäusedeckel und die Abdeckungen der Schnittstellen müssen perfekt sitzen", sagt Tüv-Mitarbeiter von Schutter. Und: Mit zunehmenden Alter lässt der Schutz nach: "Gummi kann spröde werden, Abdeckungen nicht mehr richtig schließen", erklärt der Experte. Als Nutzer kann man nur versuchen, die Abnutzung heraus zu zögern. Sind die Klappen und Deckel einmal ausgeleiert, hilft nur Austauschen oder zusätzliche Vorsicht beim Gebrauch.

Zubehör: Wer sich nicht nur auf die Herstellerangaben verlassen will, kann nachhelfen: Für viele Geräte gibt es zum Beispiel Schutzhüllen, die die Feuchtigkeit draußen halten sollen. "Ich würde die Hülle vom Anbieter selbst kaufen oder vom Hersteller empfohlene Ware nehmen", rät Vetterl. Das erhöht die Chancen auf eine gute Passform. Auch wasserabweisende Sprays gibt es zu kaufen. "Das kann man ausprobieren, allerdings ist die Garantie dann weg", erklärt Vetterl.