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| 02:45 Uhr

Der Gretchenzopf ist wieder angesagt

Leipzig. Sie sind längst das biedere Mädchenimage losgeworden: Flechtfrisuren zieren die Köpfe von erwachsenen und äußert modebewussten Prominenten wie Gisele Bündchen, Paris Hilton oder Heidi Klum. Cosima M. Grohmann

"Flechtfrisuren - ein toller, traditioneller und seit einiger Zeit wiederbelebter Trend", sagt die Friseurmeisterin Karolin Köhler-Scholz aus Leipzig. Dabei war längere Zeit erst die ordentliche Variante im Trend, dann wurden die Zöpfe immer lässiger. Die Friseurmeisterin trägt selbst gerne eine strengere Variante: "Den eng geflochtenen normalen Zopf finde ich besonders schön, wenn man ihn als Haarreif verwendet", sagt sie.

Köhler-Scholz erläutert, wie das geht: "Einen Mittelscheitel ziehen und rechts und links hinter dem Ohr eine auf beiden Seiten gleich dicke Strähne abtrennen. Diese wiederum in drei kleine Strähnen teilen und gerade herunter zu normalen Zöpfen flechten." Der Zopf auf der rechten Seite werde dann entlang der Stirn um den Kopf gelegt und hinter dem linken Ohr mit Haarnadeln festgesteckt. Das ganze wird mit dem zweiten Zopf wiederholt. Ähnlich einfach funktioniert der klassische Gretchenzopf: Hier werden auf beiden Seiten rechts und links vom Mittelscheitel zwei Zöpfe komplett nach unten geflochten und danach über den Kopf auf der anderen Seite festgesteckt.

"Etwas mehr Fingerfertigkeit braucht man, wenn man den Französischen Zopf seitlich über den Kopf flechten möchte", sagt Köhler-Scholz. "In seiner ursprünglichen Variante zeichnet sich der Französische Zopf durch die eingeflochtenen Strähnen aus, die rechts und links vom Kopf herunter wandern." Um diesen Effekt zu erreichen, nimmt man drei schmale Strähnen und fängt an zu flechten. Bereits nach dem ersten Durchgang kommen abwechselnd rechts und links jeweils kleine Strähnen aus dem Resthaar dazu. Diese werden mit in den Mittelstrang des Zopfes eingebunden.

"Beim seitlichen Französischen Zopf verlaufen die eingeflochtenen Strähnen parallel zur Stirn", erläutert die Friseurmeisterin weiter. "Dazu braucht man einen langen Pony." Der Zopf wird seitlich angelegt. Deswegen empfiehlt Köhler-Scholz, einen extremen Seitenscheitel vom Ohr bis knapp zum Hinterkopf zu ziehen. "Von da an flicht man nun wieder in der Bauernzopf-Technik, bis der Haarstrang am anderen Ohr endet." Sind die Haare lang genug, kann der Zopf am Ende des Kopfes einfach normal weitergeflochten werden und nachträglich am Hinterkopf befestigt oder um einen Dutt herumgelegt werden.

Für Strähnen, die aus der Reihe tanzen oder nicht dahin gewandert sind, wo sie hingehören, gibt es eine Lösung: "Einfach mit Bobby Pins, also größeren gebogenen Haarnadeln die Strähne etwas herausziehen", verrät Köhler-Scholz ihren Trick. "Locker geflochten sieht der Zopf auch nicht aus wie ein Stirnband."

Gerade der parallel an der Stirn verlaufende Zopf ist für kurze Haare in Boblänge eine ideale Variante: "Hier muss man notfalls ein wenig mit Haarspray und Haarklemmen nachhelfen, damit keine kleinen Härchen herausspringen", sagt Antonio Weinitschke, Creative Director im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln.

Der Flechttrend sei eher für Frauen geeignet, "die die 40 noch nicht überschritten haben", findet Weinitschke. "Sowohl der Hippie-Look mit locker geflochtenen Strähnen als auch der strenge Lolita-Stil passt nicht zu reiferen Frauen." Ein Problem ist hier auch, dass sich die Struktur der Haare im Alter verändert, erklärt der Friseur. "Das ist dann ungünstig für Flechtfrisuren."