Die Frage lautet: Pflegen wir mehr unsere religiösen Traditionen und Pflichten als unsere Beziehung zu Gott? Ups, gibt es da einen Unterschied?

Oh ja, den gibt es! Wenn ich von Glauben rede, meine ich eine real erfahrbare und lebendige Beziehung zu Gott. Und diese Beziehung bedeutet vor allem Heilung. Es bedeutet einen tiefen Sinn für das Leben zu finden, Vergebung meiner Schuld, bedingungsloses Angenommensein, grundlegende, echte und tragende Liebe zu erleben. Und dabei auch einen Auftrag zu bekommen, nämlich meine Mitmenschen in Blick zu nehmen und Gutes zu tun. Wenn Glaube diese Bedeutung hat, dann ist das Ganze mehr als aktuell, denn dann füllt diese Gottesbeziehung Löcher aus, die wir alle ein Leben lang versuchen in vielen vergeblichen Versuchen zu stopfen. Dann wird Glaube auch endlich wieder zu einer guten Nachricht. . So, liebe Christen: Jetzt sind wir dran! Wenn wir endlich wieder Mut zur aktiven Pflege unserer Gottesbeziehung haben und Mut zur Lücke, wenn es um die Pflege von Traditionen und den damit verbundenen Pflichten geht, werden wir uns erinnern, weshalb wir überhaupt damals eine Entscheidung für Jesus getroffen haben! Da war ja tatsächlich mal was: Gott und seine unglaubliche lebensverändernde Kraft! Und wenn das endlich wieder die Grundlage unseres Christseins ist, dann sollten wir uns von Gott zeigen lassen, was wir unseren Nächsten Gutes tun können. Denn letztlich steht in der Bibel nicht: An der neuen Kirchenorgel oder eurem schicken Gebäude werden sie euch erkennen… "Eure Liebe zueinander wird der Welt zeigen, dass ihr meine Jünger seid." (Johannes 13, 35.)

Christian Schleife,

Heilsarmee Guben