Der Konzertsaal sei trotz seiner 2100 Plätzen sehr intim. "Man hat das Gefühl, die Zuschauer sitzen sehr nah an den Musikern. Und das ist sehr wichtig, denn Musik ist Kommunikation", sagte der Amerikaner mit japanischen Wurzeln, der heute seinen 65. Geburtstag feiert.

Aufgewachsen ist Kent Nagano in Morro Bay, einem kleinen Fischerdorf an der kalifornischen Küste - ohne Fernseher, Kino und Stereoanlage. Ein engagierter Musiklehrer weckte in ihm die Leidenschaft für Musik - schon früh lernte er Klavier, Klarinette und Bratsche zu spielen. Mit acht Jahren dirigierte er den Kirchenchor in seinem Dorf. "Für uns war Musik einfach das Leben. Wir spielten auch Hausmusik. Was sollte man auch sonst machen mitten auf dem Land?", erinnert sich der begeisterte Surfer, der im Norden die "richtige Welle" noch nicht gefunden hat. Seitdem glaubt Nagano an die verbindende Kraft der Musik und betont immer wieder, wie wichtig Musik für jeden ist.

Nach seiner Ausbildung in den USA setzte der Dirigent, der für seine leisen Töne und seine unorthodoxe Programmauswahl bekannt ist, seine Karriere in Europa fort. Er dirigierte Werke des französischen Komponisten Olivier Messiaen oder spielte mit dem London Symphony Orchestra Orchesterwerke des anarchischen Rockmusikers Frank Zappa ein. Nach einem Studium bei Pierre Boulez und Leonard Bernstein wurde Nagano 2000 Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Danach übernahm der Amerikaner den Posten als Musikdirektor beim Orchestre symphonique de Montréal und als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München.

Dort hatte Nagano keinen leichten Stand. Das lag vor allem am österreichischen Intendanten Nikolaus Bachler. Über seinen Partner in Hamburg, den Schweizer Georges Delnon, sagt er: "Er ist nicht nur ein Visionär, sondern er hat auch ein besonderes Gespür für Qualität." Nagano ist sehr zuversichtlich, "dass wir in den nächsten Jahren noch viel erreichen können".