Das Fantasie-Spektakel "Die Verschwörung von Chorin" hat am heutigen Freitag Premiere, tags darauf feiert Mitic seinen 75. Geburtstag.

Dass er mit einem Pferd auf die Bühne kommt, freut Mitic besonders. Er sei dem treugeblieben, was das Publikum von ihm erwarte, sagt der gebürtige Serbe und schmunzelt. Sein Ruhm geht auf Indianerrollen zurück, Reiten gehört dazu. In Sportjacke, Jeans und mit Umhängetasche kommt er von der Probe. Vor Jahren hatte er am Staatstheater Schwerin die Hauptrolle im Musical "Alexis Sorbas" gespielt.

Zum Film kam Mitic einst per Zufall. In seiner Heimat Jugoslawien wurden damals viele Filme gedreht. Die Regisseure verpflichteten als Stuntmen gern Sportstudenten, darunter Mitic. Es folgten kleine Rollen in Filmen mit Pierre Brice, der Winnetou spielte. Die Defa-Filmgesellschaft aus der DDR bot Mitic die erste Hauptrolle an. Mitic wurde zum "Defa-Chefindianer". Häuptlinge wie Chingachgook, Tokei-ihto, Ulzana und Tecumseh prägten das Künstlerleben von Gojko Mitic, für den Generationen junger Mädchen schwärmten: langes schwarzes Haar im Film, schwarze Augen, makelloser Körper, immer auf der Seite der Guten. Rund 50 Jahre liegt der Defa-Film "Die Söhne der Großen Bärin" zurück - ein Kino-Hit. Gut 15 Indianerfilme folgten, die Millionenen anlockten.

Fan-Post erreiche ihn immer noch, erzählt er. Der Respekt vor seinem Publikum ist spürbar. Kürzlich habe seine Freundin eine Kiste mit Zuschriften durchgesehen und ihn auf vieles Interessante aufmerksam gemacht. "Ich konnte nicht alle Briefe beantworten", entschuldigt er sich.

Bei den Karl-May-Spielen Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) übernahm Mitic die Rolle des Winnetou von Pierre Brice. Mitic verkörperte in Bad Segeberg von 1992 bis 2006 den Häuptling. "Ich habe Winnetou noch mit 66 gespielt", erinnert sich Mitic, der sich nach eigenen Worten immer noch fit fühlt. "Ich reite und fechte - alles Dinge für junge Liebhaber", scherzt er.