Nach Medienberichten erlag Lang einem Herzleiden. Von dem dritten und meistgebauten Trabant-Modell - in der DDR "Plastikbomber" oder "Rennpappe" genannt - wurden von 1964 bis 1990 mehr als 2,8 Millionen Fahrzeuge hergestellt.

"Am Samstag haben wir beim Trabi-Treffen noch über die alte Zeit gesprochen", berichtete sein enger Mitstreiter Werner Reichelt, der 1950 von Lang bei Horch eingestellt worden war. "Ich habe einen guten Freund verloren", sagte der frühere Leiter der Kunststoffabteilung des wissenschaftlich-technischen Zentrums für Automobilbau in Chemnitz. Die Familie des Trabi-Pioniers plant eine öffentliche Trauerfeier. Der Termin dafür soll an diesem Freitag bekannt gegeben werden.

Lang stammte aus dem Erzgebirge und studierte mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg Maschinenbau und Kraftfahrzeugtechnik in Zwickau. Seit 1949 arbeitete er beim Automobilhersteller Horch, ab 1951 als Technischer Direktor. Mit der Vereinigung von Audi und Horch zu den Zwickauer Automobilwerken 1958 wurde er Chefkonstrukteur und übernahm die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Kunststoff-Autos, erzählte Reichelt. "Er ist der technische Vater des P601."

Am Wochenende war in Zwickau das 17. Internationale Trabantfahrer-Treffen gefeiert worden. Zu der speziellen Oldtimerschau waren dem Veranstalter zufolge 386 der legendären Zweitakter aus zwölf Ländern in die Stadt zurückgekehrt, in der sie einst hergestellt worden waren. "Wir sind mit der Teilnahme zufrieden", sagte Rudolf Vollnhals, der Chef des veranstaltenden August Horch Museums. Seinen Angaben zufolge kamen wie in den Vorjahren etwa 10 000 bis 12 000 Besucher.