Vertreter der Medien, des Hotelgewerbes und Touristiker wurden in der Burger Kräutermanufaktur Augen-, Ohren- und Gaumenzeugen der traditionellen Schlachtung. Mit bewährten Dederon-Kittelschürzen und scharfen Messern versehen, ging es unter dem Kommando der Fleischer Carsten Habermann und Maik Hanusch an das Zerlegen einer Schweinehälfte: „Den Nacken brauchen wir für das Wellfleisch, der Kammspeck kommt in die Wurst und die Schulter wird zu Hackepeter, den Schulterknorpel bekommt der Hund“, wies Habermann die Mitmacher ein.

Es wurde geschnitten, gehackt und durch den Fleischwolf gedreht, was verwertbar war – nämlich alles. Nur ein paar Knochen landeten im Abfalleimer. Nach einer reichlichen Stunde gab es Hackepeter auf frischem Bauernbrot. Nicht mal die sonst auf gesunde Ernährung Achtenden konnten sich zurückhalten – ein unwiderstehlicher Geschmack nach Echtem, Unverfälschtem und ganz Frischem reizte den Gaumen auf sehr angenehme Art und Weise. Da passte dann auch noch eine weitere Stunde später das Wellfleisch mit Kartoffeln und Sauerkraut dazu. Frisch aus dem Kessel, der unter freiem Himmel von Uwe Ruske auf Temperatur gehalten wurde, kam es auf den Teller. Spreewaldkoch Peter Franke sorgte sich derweil um mögliche Verdauungsprobleme und kredenzte seinen Vogelbeerschnaps, der dankend angenommen wurde. Aber faul rumsitzen war nicht angesagt, es ging nun um die Wurst.

Wieder wurde der Fleischwolf von Sebastian Locker ordentlich bemüht, die Wurstfüllmaschine presste Masse um Masse in die Därme, Portion für Portion landete im Kessel. Zum angebotenen Kosten der Würste kam es irgendwie nicht – weil nichts mehr ging. Liebend gern nahmen die ersten Schlachtwerkstattteilnehmer der Saison das Mitnahmeangebot an und verließen nach sechs Stunden Arbeiten und Essen mit großen Schlachtpaketen die Burger Kräutermanufaktur.

Annett Kolata vom Cottbuser Radisson Blu: „Wir richten Mehrtages-Seminare aus und möchten den Teilnehmern etwas Auflockerung anbieten. Das urige Schlachten hier, dürfte da genau passen.“ Christiane Martin vom Burger „Seehotel“ sieht das ähnlich, denkt aber mehr an ihre Urlauber. „Das Konzept wird ankommen, besonders in einer Zeit, wo sich alle nach natürlichen und unverfälschten Lebensmitteln sehnen“, ist sie überzeugt.