Im aktuellen ADAC-Badegewässertest hat sich gezeigt, dass das kein seltenes Problem ist: Jede siebte Messstelle wies eine zu hohe Keimkonzentration auf. Nicolas Adunka, Wasserexperte vom ADAC, gibt Tipps, wann Wasserratten besser auf einen Sprung ins kühle Nass verzichten.

Trübung: Sehen Badende im knietiefen Wasser die eigenen Füße nicht mehr, sollten sie lieber nicht ins Wasser gehen. Schaum an der Wassergrenze ist ein Anzeichen dafür, dass Eiweiß zersetzt wird. Das heißt laut Adunka aber nicht, dass das Gewässer gefährlich ist. Schlieren auf der Wasseroberfläche stammen ebenfalls nicht zwangläufig aus einer gefährlichen Quelle: Manchmal sind es nur Reste von Sonnencreme.

Algen: Algenteppiche sind ein Hinweis darauf, dass zu viele Nährstoffe im See sind. Wer einen Algenteppich vorfindet, sollte auf das Baden erst einmal verzichten. Aber: Algen kommen und gehen wieder. In der Regel gilt: Aushänge vor Ort beachten.

Geruch: Fäulnisgeruch ist ein Hinweis dafür, dass bakterielle Zersetzungsprozesse stattfinden. Oft stammt der Geruch aus Randbereichen im See, in denen das Wasser steht und wo sich viel Moder ansammelt. Diese Stellen sollten Badende, allen voran Kinder, meiden und stattdessen dort planschen und schwimmen, wo sich das Wasser regelmäßig durchmischt und klar ist.

Tiere: Gänse und Enten hinterlassen vor allem eines am See, Kot. Deshalb empfiehlt es sich, nur dort ins Wasser zu gehen, wo keine Wasservögel sind. Lieblingsplätze der Vögel sind vor allem Liegewiesen, aber auch der Uferbereich, Bootsstege und Bojen, Schwimmer sollten deshalb einen Bogen darum machen und keine Wasservögel füttern. Sonst gelangen Fäkalbakterien erst recht ins seichte Flachwasser.

Mündungen: Wo Rohre, Bäche, Kanäle und Gräben in den See münden, ist das Baden tabu. Denn hier können sich die Schwimmer nicht sicher sein, woher das Wasser stammt. Der ADAC warnt, dass solche Zuflüsse häufig eine erhöhte Anzahl an Keimen enthalten.

Umgebung: Ist der Badesee von Feldern umgeben, sollten Urlauber direkt nach einem starken Regen aufs Schwimmen verzichten. Denn durch den Regen können Substanzen aus der Landwirtschaft ins Wasser geschwemmt werden.