Milke war 1991 für schuldig befunden worden, 1989 zwei Männer zur Ermordung ihres vierjährigen Sohnes angestiftet zu haben.

Ein Berufungsgericht in San Francisco hatte das Urteil im vergangenen März aufgehoben: Es gebe keine direkten Beweise oder Augenzeugen, die Milke mit der Tat in Verbindung gebracht hätten.

Anwalt Michael Kimerer holte Milke ab, nachdem eine Kaution in Höhe von 250 000 Dollar (etwa 190 000 Euro) hinterlegt worden war - möglicherweise von Milkes Mutter und anderen Unterstützern. Laut "Bild am Sonntag" hält sich die 49-Jährige bei einem Todesstrafengegner in der Nähe von Phoenix auf.

12News zufolge wurde Debra Milkes Mutter Renate Janka am Sonntag in Phoenix erwartet, um ihrer Tochter erstmals seit vielen Jahren wieder ganz nah zu sein. Janka, die ein Buch über den Fall geschrieben hat, kämpft seit Jahren für ihre Tochter - unterstützt von Prominenten wie Uschi Glas, Günther Jauch und Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Die Freilassung war am Donnerstag von einer Richterin verfügt worden. Der Fall wird in einem zweiten Prozess neu aufgerollt. Nach bisheriger Planung beginnt das Verfahren am 30. September, eine Verschiebung gilt aber als möglich. Milke bleibt bis zu einem etwaigen neuerlichen Schuldspruch auf freiem Fuß, allerdings mit Auflagen.

dpa/mar