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| 13:17 Uhr

Testspiele vor Eishockey-WM
DEB-Team mit Draisaitl, Seidenberg und vielen Fragezeichen

Vojens. Bei der doppelten WM-Generalprobe in Dänemark kann Bundestrainer Marco Sturm erstmals NHL-Verteidiger Dennis Seidenberg einsetzen. Auf die Nationalspieler der DEL-Finalisten Red Bull München und Eisbären Berlin muss er noch warten.

Bei der doppelten WM-Generalprobe in Dänemark kann Bundestrainer Marco Sturm erstmals NHL-Verteidiger Dennis Seidenberg einsetzen. Auf die Nationalspieler der DEL-Finalisten Red Bull München und Eisbären Berlin muss er noch warten.

NHL-Verteidiger Dennis Seidenberg ist aus New York eingeflogen, Stürmerstar Leon Draisaitl bringt sich langsam in Schwung - doch eineinhalb Wochen vor der Eishockey-WM in Dänemark sieht Bundestrainer Marco Sturm noch viele Fragezeichen. "Es kann sein, dass die Hälfte der Mannschaft noch mal ausgewechselt wird", sagte der Chefcoach vor der doppelten WM-Generalprobe.

Am Mittwoch (19.30 Uhr/Sport1.de) in Vojens gegen den WM-Gastgeber und -Auftaktgegner Dänemark und am Freitag (13.30 Uhr/Sport1) in Odense gegen Südkorea wird zwar Routinier Seidenberg das deutsche Team verstärken und neben Draisaitl weitere NHL-Erfahrung beisteuern, doch die meisten Olympia-Helden fehlen noch. Zehn Silbermedaillengewinner von Pyeongchang stehen im DEL-Finale zwischen Titelverteidiger Red Bull München und Rekordmeister Eisbären Berlin auf dem Eis.

Wie viele davon im endgültigen Aufgebot für die WM in Dänemark (4. bis 20. Mai) stehen werden, ist allerdings noch offen. "Wir müssen abwarten, wer die Frische hat und verletzungsfrei ist", erklärte Sturm. Einige Spieler, die um den Meistertitel kämpften, seien verletzt und könnten "bei der WM wahrscheinlich nicht spielen".

Dazu gehört wohl auch Münchens Jungstar Dominik Kahun, der sich mit einer Handverletzung herumplagt. Der 22-Jährige hatte sich bei den Winterspielen in Südkorea ins Rampenlicht gespielt und will zur kommenden Saison in die NHL wechseln. Die Verletzung gründlich auszukurieren, dürfte für den nach Draisaitl talentiertesten deutschen Stürmer wichtiger sein, als an der WM teilzunehmen. Frank Hördler und Brooks Macek haben bereits abgesagt.

Seidenberg heiß auf die WM

Nicht lange überlegen musste dagegen Dennis Seidenberg. Der 36-Jährige, bei der Heim-WM im vergangenen Jahr mit acht Scorerpunkten bester Abwehrspieler, hat nach nur 28 Einsätzen in der NHL-Hauptrunde Lust auf mehr. Auch um sich für einen neuen Vertrag in der besten Eishockeyliga der Welt zu empfehlen. Außerdem lockt die Aussicht, mit seinem Bruder Yannick in einer Abwehrreihe spielen zu können.

Für Sturm nimmt der Stanley-Cup-Sieger von 2011 eine besondere Rolle ein. "Dennis ist ein absoluter Leader", sagte der Bundestrainer: "Wir sind froh, dass wir ihn dabei haben. Er verleiht unserer Defensive ein großes Stück Stabilität." Dabei soll auch Seidenbergs NHL-Kollege Korbinian Holzer helfen. Der 30-Jährige, der mit den Anaheim Ducks im Achtelfinale ausschied, stößt allerdings erst zum WM-Start am 4. Mai gegen Dänemark zur Mannschaft.

Die doppelte Generalprobe ist also ein Muster mit beschränktem Wert. NHL-Star Draisaitl, der beim 2:1 am vergangenen Samstag gegen Frankreich zwar das Siegtor in der Verlängerung vorbereitete, aber zwei Wochen nach seinem letzten Spiel mit den Edmonton Oilers noch seinen Rhythmus sucht, soll sich in WM-Form bringen. "Das wird von Spiel zu Spiel besser", versprach der 22-Jährige.

Für viele andere in Sturms 25-köpfigem Aufgebot geht es dagegen noch um das WM-Ticket. "Für den einen oder anderen ist es die letzte Chance", sagte der Coach, "es sind noch Plätze offen." Wie viele, weiß Sturm derzeit selbst nicht genau. Eine von vielen offenen Fragen kurz vor dem WM-Start.

(sid)