Lange ärgerte er die SED-Oberen mit seinen verschmitzten Spitzen gegen die Mängelverwaltung im Arbeiter- und Bauernstaat, nach der Wende führte er das Magazin für den MDR weiter. Jetzt ist der Moderator mit 82 Jahren in Berlin gestorben.

"Kundendienst für Neugierige" war der Untertitel für die Sendung, in der er vom Alltag der kleinen Leute, ihren skurrilen Begabungen, Leistungen und Hobbys berichtete - häufig gemeinsam mit seinem Partner Hans-Joachim Wolle.

Auch die Sendung "Wennschon, dennschon" prägte Wolfram als Moderator. Dreimal - 1973, 1974 und 1988 - wurde er zum "Fernsehliebling der DDR" gewählt. Dennoch musste er die heute älteste Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen 2011 unfreiwillig an die jüngere Nachfolgerin Madeleine Wehle (48) abgeben, die sie bis heute moderiert. "Ich hätte gern meine 40 Jahre im Fernsehen vollgemacht" sagte er damals und nannte das Vorgehen "menschlich nicht fair".

Der gelernte Betriebselektriker hatte 1957 als Seiteneinsteiger beim Radio für den Sender Dresden angefangen. Zunächst für die Studiotechnik verantwortlich, wechselte er 1958 in die Redaktion und besuchte gleichzeitig die Fachschule für Journalistik in Leipzig. 1970 ging er zum Fernsehen und feierte am 18. Juni 1972 Premiere mit seinem "Außenseiter Spitzenreiter". Wolfram war verheiratet und hatte vier Töchter. 20 Jahre lang fuhr er aktiv Trabrennen, er spielte Fußball und Eisstockschießen, liebte Jazz und klassische Musik.

Als einen Höhepunkt seiner Fernsehkarriere nannte er die Sendung "Wennschon, dennschon" 1983, als er das Gewandhausorchester Leipzig mit der Ouvertüre zu Rossinis "Barbier von Sevilla" dirigierte. Wolfram starb bereits am 16. November, wie sein langjähriger Regisseur Bernd Gerbsch am Montag bestätigte. Auf seiner noch aktiven Homepage verabschiedet sich der Fernsehmacher mit den legendären Schlussworten seiner Sendung: ". . . und bleiben Sie schön neugierig!"