"Es ist ein Wunder", sagte ein Mitglied der Bergungsmannschaften nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua. Die meisten Überlebenden seien in einem "stabilen Zustand". Die Suche nach 38 weiteren Verschütteten dauerte an. Viele der Geretteten waren auf einer Arbeitsplattform, die nicht überschwemmt war. In fünfsitzigen Kajaks wurden sie in Sicherheit gebracht. Rettungstrupps hatten vergangene Woche von oben ein Loch zu dem Schacht gebohrt. Durch eine Röhre wurden Nahrung, Milch und Beutel mit Traubenzuckerlösung herabgelassen. Auch wurde der Schacht dadurch mit Sauerstoff versorgt. Einige der Geretteten mussten aber auch ganz ohne Nahrung und Trinkwasser auskommen. Rettungstrupps vermuteten weitere eingeschlossene Bergleute auf zwei anderen Plattformen, die bisher nicht erreicht werden konnten.Die geborgenen Bergarbeiter wurden in umliegende Krankenhäuser verteilt. Die Überlebenden litten unter Unterkühlung, Austrocknung, Hautausschlag und niedrigem Blutdruck. Einige seien auch unter Schock, sagte ein Arzt im chinesischen Fernsehen. Nach der langen Zeit in der Dunkelheit unter Tage hatten die geretteten Bergleute Kleider um die Augen gewickelt, um sie vor dem Tageslicht zu schützen. Die Kumpel waren mit wattierten Decken und dicken Armeemänteln gegen Unterkühlung zugedeckt. Angehörige hatten sich nahe der Grube versammelt. Etwa 3000 Bergungskräfte waren im Einsatz und hatten seit Tagen versucht, das Wasser aus der Grube abzupumpen. Sie machten aber nur langsam Fortschritte. Am Samstag waren Rettungsteams mit Tauchern in die Grube vorgedrungen, nachdem am Freitag erstmals Klopfzeichen gehört worden waren.Die ersten neun Verschütteten konnten Montag kurz nach Mitternacht geborgen werden. Nach der Bergung wurden die Rettungsarbeiten in den staatlichen Medien als "großer Erfolg" gepriesen und auf "wissenschaftliche Methoden und Technologie" zurückgeführt. Dass das Unglück hätte vermieden werden können, wurde nicht mehr erwähnt. Wegen schlechten Managements, rückständiger Sicherheitsvorkehrungen und mangelnder Aufsicht sind Chinas Kohlegruben die gefährlichsten der Welt. Jedes Jahr sterben Tausende Kumpel in Bergwerken - so vergangene Woche auch wieder mehr als 30 bei Unfällen in anderen chinesischen Gruben.