Es sind erfolgreiche Sommerferien für Amelie Pietsch. In ihrer schulfreien Zeit hat die 14-jährige Leichtathletin vom LC Cottbus mal eben zwei Titel eingesammelt:  Zuerst bei den Baltic Sea Youth Games im schwedischen Karlstad, wo sie sich über die 300-Meter-Distanz gegen Athleten aus allen Anrainerstaaten der Ostsee durchsetzte und damit ihre erste Medaille auf internationalem Parkett sicherte. Und dank der Leistung wurde sie schließlich zur RUNDSCHAU-Sportlerin der Woche gewählt.

Amelie, in Schweden hast du bei den Baltic Sea Youth Games die Silbermedaille gewonnen. Jetzt bist du auch noch Sportlerin der Woche. Wie sehr freust du dich darüber?

Pietsch Für mich ist das unfassbar. Ich bin total überrascht und freue mich, dass so viele für mich gestimmt haben.

Bei der Wahl hast du in den letzten Tagen noch ordentlich aufgeholt. Ist der Schlusssprint auch im Rennen deine Stärke?

Pietsch Ja, auf den letzten 100 Metern fange ich immer an, lange Schritte zu laufen. Damit kann ich oft noch einige überholen, denen am Schluss die Kondition ausgeht. So bin ich auch beim Rennen in Schweden noch auf den zweiten Platz gelaufen.

Hattest du dir dort schon im Vorfeld Hoffnungen auf die Silbermedaille oder gar den Sieg gemacht?

Pietsch Nein, ich hätte niemals gedacht, dass ich zweite werden kann. Ich habe mich ja schon gefreut, dass der Landesverband mich ausgewählt hat. Das lag wahrscheinlich an meiner guten Hallensaison.

Es war deine erste Medaille in einem internationalen Wettkampf. Warst du vorher schon einmal bei Wettbewerben im Ausland dabei?

Pietsch Nein, für mich war es der erste im Ausland und deshalb sehr aufregend. Vor allem mit den anderen Athleten vom Team Brandenburg habe ich viele neue Kontakte geknüpft. Die Gegner aus den anderen Ländern haben wir eher weniger kennengelernt, aber man hat schon mal geguckt, wie die Athleten sich dort so warm machen.

Wie bereitest du dich auf deine Wettkämpfe vor?

Pietsch Am Tag vor dem Wettkampf mache ich das Auftakttraining, wo ich mich zum Beispiel mit ein paar Sprüngen ein bisschen vorbereite. Vor dem Rennen mache ich mich ganz einfach warm und versuche, die Spannung aufrechtzuerhalten. Das klappt auch meistens ganz gut.

Deine Vereinskollegin Marie Scheppan nimmt gerade in Schweden an den U20-Europameisterschaften teil. Habt Ihr euch untereinander ausgetauscht?

Pietsch Wir sind oft zusammen in einer Trainingsgruppe. Sie hat mir vor Schweden auch ein paar Tipps gegeben. Etwa, dass ich das Rennen locker angehen soll, oder wie ich am besten aus dem Startblock komme. Marie Scheppan ist auch mein großes Vorbild und es macht viel Spaß, mit ihr zu trainieren. Mein Ziel ist es, eines Tages bei den Europameisterschaften oder sogar Olympia teilzunehmen und ihr dort davonzulaufen. (lacht)

Du gehst zurzeit auf die Sportschule in Cottbus. Wie klappt das mit Schule und Training?

Pietsch Das funktioniert eigentlich ganz gut. Ich habe zwei Mal am Tag Training, einmal in der Früh und einmal am Nachmittag. Meistens bin ich dann von 7.30 Uhr bis 18 Uhr unterwegs, manchmal früher und manchmal später. Die Wettkämpfe sind dann fast immer am Wochenende. Das ist zwar manchmal anstrengend, aber ich lebe für die Leichtathletik.

Gibt es denn außer dem Sport noch andere Lieblingsfächer?

Pietsch Musik vielleicht – und LER, also Lebensgestaltung, Ethik und Religion. Das war es dann aber auch schon.

Was steht nach diesen erfolgreichen Wochen jetzt als Nächstes für dich an?

Pietsch Jetzt ist für mich erstmal Urlaub und Regeneration angesagt. bevor es im September mit dem deutsch-polnischen Meeting in Cottbus weitergeht. Der Trainer hat gesagt, ich soll das machen, was mir Spaß macht. Ich mache trotzdem schon mal ein oder zwei Läufe in der Woche und spiele sonst Beachvolleyball oder Tennis. Ohne Sport geht es bei mir nicht.

Mit Amelie Pietsch
sprach Julian Münz