Seit mehr als 20 Jahren unterstützt und fördert die Lebenshilfe Finsterwalde behinderte Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter und ist deren Angehörigen eine große Stütze. Zeitweise zählte der Verein, der von einer Elterngruppe gegründet wurde, mehr als 100 Beschäftigte. Behindertenwohnstätten in Doberlug-Kirchhain und Crinitz mit insgesamt fast 50 Bewohnern werden betrieben. Fachkräfte in Frühförderberatungsstellen kümmern sich um Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten. Der Integrationsfachdienst betreut schwer behinderte Menschen im Arbeitsleben. Im „Haus Lebenshilfe“ werden ambulante und mobile Dienste gebündelt.

Herbert Damm hat seit Anfang der 90er-Jahre mit großem Engagement den Verein mit entwickelt – „anfangs ehrenamtlich, seit 1996 auf Vertragsbasis“, wie der Vorstandsvorsitzende Ingo Hamm am Freitag erinnerte. Maria Lieschke, ehemalige Sozialamtsleiterin des Landkreises Elbe-Elster, bezeichnete Damm als „engagierten Anwalt für die Belange behinderter Menschen“. Seit fast 20 Jahren ist er Kreisgruppensprecher des Paritätischen Wohlfahrtsverbanes Brandenburg. In dessen Namen verlieh Maria Lieschke dem 64-Jährigen die Ehrennadel in Gold.

„54 Eltern haben den Verein 1990 gegründet. Da war ich noch nicht dabei“, erklärte der scheidende Geschäftsführer, der seinerseits den Mitarbeitern großes Lobe zollte. Der ehemalige Lehrer war bis 1990 Schulrat in Finsterwalde und steckte nach der Wende seine Nase selbst noch einmal in Lehrbücher, um Sozialpädagogik zu studieren. „Als landesweit der psychosoziale Dienst, heute Integrationsfachdienst, aufgebaut werden sollte, suchte ich für die Landkreise Finsterwalde, Bad Liebenwerda, Herzberg, Lübben, Senftenberg und Calau einen Trägerverein und stieß auf die Lebenshilfe“, blickte er zurück. Die Übernahme des Pflegeheims in Crinitz, das nicht den besten Ruf hatte, und der Neubau der Behindertenwohnstätte in Doberlug-Kirchhain waren entscheidende Schritte in den 90er-Jahren. 2011 wurde das „Haus Lebenshilfe“ in Finsterwalde bezogen. Aus einer leerstehenden Kita hatte der Verein mit Architektenhilfe ein Haus der Begegnung geformt, unter dessen Dach endlich alle ambulanten Angebote Platz fanden. Dass die Stadt Finsterwalde dieses Vorhaben beförderte und dem Verein das Gebäude für den symbolischen Euro überließ, gekauft werden musste lediglich das Grundstück, dankte Herbert Damm am Freitag noch einmal ausdrücklich Altbürgermeister Johannes Wohmann.

Herzliche Umarmungen, würdigende Worte und so manche Träne gab es für den DoberlugKirchhainer Herbert Damm, der Anfang des Jahres 65 wird. Das Ruhekissen, das ihm der Finsterwalder Architekt Jürgen Habermann schenkte, war aber wohl noch etwas verfrüht. Denn: Nachdem alle Reden gehalten waren, kündigte Herbert Damm an, im Frühjahr für den Vereinsvorstand zu kandidieren.

Am 1. Januar 2012 wird Isolde Reimer, die Leiterin der Wohnstätten, auch die Geschäftsführung übernehmen.