Eine "Notfallmappe" erleichtert die Entscheidung, worauf es ankommt. Viele Kommunen bieten sie vor allem für Senioren an - die Vorlagen sind aber auf andere Notfälle übertragbar. Kostenlose Muster stehen im Internet. Dort bewerben kommerzielle Anbieter auch Ordner für bis zu 90 Euro - günstiger ist es aber, selbst eine Zusammenstellung anzulegen. Sie wird am besten griffbereit an einem gut erreichbaren Ort aufbewahrt.
Je nach Ausführung enthalten die Mappen neben Fächern für Papiere vor allem Daten: die Anschrift von Ärzten sowie Medikamentenverordnungen, Bankverbindungen, Kontonummern, Versicherungen oder Vollmachten. Durchwahlen und Ansprechpartner helfen bei der Wiederbeschaffung von Dokumenten. Wirklich wichtige Unterlagen aber gehören an einen sicheren Ort außerhalb der eigenen vier Wände. "Wichtige Dinge wie ein Testament oder Grundbuchauszüge gehören in die Obhut eines Notars. Das erspart Ärger", sagt Katrin Rüter vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Versicherungsscheine dagegen müssen nicht im Tresor aufbewahrt werden: Die Unternehmen verfügen über Kopien von Verträgen.

Zügige Schadensregulierung
Selbst wenn Haus- und Wohnungseigentümer im wahrsten Sinne des Wortes "restlos abgebrannt" sind, werden Schäden nach Angaben der Hamburger Feuerkasse zügig reguliert: "Vor Abschluss eines Vertrags wird der Wert des Gebäudes geschätzt und dokumentiert", erklärt Sprecher Eberhard von Fintel. Außerdem haben Kunden das Recht auf Vertragsabschriften.
Auch Finanzämter stellen für bereits eingereichte Steuererklärungen sowie für ergangene Steuerbescheide grundsätzlich Kopien zur Verfügung. Dafür müssen Brandopfer allerdings zahlen - etwa 20 Cent pro Seite. Sind Belege für künftige Steuererklärungen vernichtet worden, kann die Behörde den Angaben des Geschädigten Glauben schenken - sie muss es aber nicht.

Ansprüche werden rekonstruiert
Die Deutsche Rentenversicherung Bund benötigt etwa vier Wochen, um Ansprüche zu rekonstruieren. Dazu genügt der Behörde nach Auskunft von Gabriele Chlopczik die Versicherungsnummer. Sie rät, diese "ins Portemonnaie" zu stecken. Für Personalausweise reicht den Meldeämtern in der Regel ein Blick in den Computer. Die Identitätsprüfung erfolgt in der Regel über den letzten Ausweisantrag. Letztlich sind also nur Formalien zu klären.

zum thema Sicher im Tresor
 Wer sich vor bürokratischem Aufwand durch zerstörte Dokumente schützen will, legt seine Papiere in einen Safe - entweder bei der Bank oder in den eigenen vier Wänden. Schon kleinere Exemplare sind Experten zufolge recht widerstandsfähig. Alternativen sind Geldkassetten aus Metall oder robuste Blechdosen, die hohen Temperaturen zumindest eine Zeit lang Stand halten.