In den letzten Wochen sind verstärkt Beschwerden von Verbraucher zu Reklamationen von Waren eingegangen, darauf weist die Verbraucherzentrale Brandenburg hin. "Wenn sich Verbraucher schon beim Kauf wichtige Produkteigenschaften zusichern lassen, erleichtert das später das Reklamieren", rät Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale. Anhand von Beispielfällen erklärt die Juristin, worauf Käufer achten müssen:

Fall 1

Weil er einen Fernseher mit einem guten Preis- und Leistungsverhältnis erwerben wollte, recherchierte ein Verbraucher vor dem Kauf im Internet. Als jedoch der ausgesuchte Fernseher geliefert wurde, stellte der Käufer fest, dass das Gerät bei gleichem Preis viele der bei der Recherche gefundenen Funktionen gar nicht hatte.

Dazu sagt Sabine Fischer-Volk:

"Damit sich Rechercheergebnisse später auch im Kaufvertrag wiederfinden, sollten sich Kunden wichtige Produkt-Eigenschaften darin zusichern lassen."

Fall 2

Eine Verbraucherin kaufte eine neue Batterie für ihr Auto. Bereits ein paar Tage später gab die Batterie den Geist auf. Die Expertin rät: "Waren, die in andere Produkte eingefügt werden, sollten besonders sorgfältig ausgesucht werden. Dass sie kompatibel sind und nach dem Einbau keinen Schaden nehmen oder verursachen, sollte man im Zweifel ebenfalls im Vertrag vereinbaren."

Fall 3

Weil sie wandern gehen wollte, kaufte eine Verbraucherin dafür geeignete Schuhe mit Goretex-Membran. Doch schnell stellte sich heraus, dass die neuen Schuhe nicht wie erwartet wasserdicht waren. Sabine Fischer-Volk: "Verbraucher können stets reklamieren, wenn die zuvor vereinbarte Eigenschaft der Ware fehlt. So können sie bei Schuhen mit einer Goretex-Membran erwarten, dass sie bei üblicher Nutzung keine nassen Füße bekommen." In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Brandenburg gibt es kostenlose Flyer zum Reklamieren nach dem Kauf.

Weiter Informationen finden Sie unter vzb.de

www.vzb.de/gewaehrleistungsquizGrundsätzlich gilt zu prüfen, ob die Reklamation noch innerhalb der zwei Jahre Gewährleistungszeit liegt. Weiterhin sollte man den Verkäufer auffordern, die Sache innerhalb einer Frist von bis zu zwei Wochen zu reparieren oder eine neue Sache zu liefern. Reagiert der Verkäufer innerhalb der angemessenen Frist nicht oder scheitert die Reparatur, können weitere Rechte geltend gemacht werden. Bei Reklamationen per Post sollte man eine Kopie des Schreibens für sich behalten. Eine Garantie steht neben der gesetzlichen Gewährleistung. Ob sie günstiger ist, ergibt sich aus den Garantiebedingungen. Der Verweis auf den Hersteller ist meistens nur ein Abwimmeln, denn der Verkäufer ist der Ansprechpartner für alle Gewährleistungsfragen.

Sein Wissen als Käufer kann man auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Brandenburg testen. Dort finden sich auch Informationen und Musterbriefe zum Reklamieren.