"Das wird um die 500 Liter Eiswein ergeben", sagte Betriebsleiter Wolfgang Mertes. Der edelsüße Wein mit einem Mostgewicht von voraussichtlich 130 Grad Öchsle sei das "i-Tüpfelchen auf einem super Wein-Jahrgang".Auch für Eiswein-Spezialisten wie Ernst Fischer war Erntezeit. Der 56-jährige Dromersheimer bewirtschaftet 16 Hektar. Immerhin 4000 Quadratmeter davon hat er in diesem Jahr für Eiswein reserviert. Rund ein Drittel weniger als im Vorjahr wird er ernten. "Aber Eiswein produziert man nicht, um davon zu leben." Zu ungewiss ist der Ausgang beim Wetter-Poker.Das Besondere an den gefrorenen Trauben demonstriert Winzer Fischer durch Aufbrechen einer Beere. Eiskristalle statt Traubensaft glitzern im Schein der Stirnlampe. Zucker und Fruchtsäuren bilden ein Extrakt. Die aus den Frost-Trauben gepresste Flüssigkeit ist dürftig, die Öchslegrade dagegen hoch, der Ertrag kostbar. Dromersheim nimmt für sich den Titel in Anspruch, Geburtsort des deutschen Eisweins zu sein. Am 11. Februar 1830 sind aus der Not heraus gefrorene Trauben gepflückt worden, um sie ans Vieh zu verfüttern. Durch Zufall entdeckten die Bauern den süßen Saft und kelterten ihn. Die Winzer an Saale und Unstrut starten heute einen zweiten Versuch. Gestern seien die Trauben nicht vollständig durchgefroren gewesen, teilte Produktionsleiter Hans-Albrecht Ziegler mit. Er rechnet mit 500 Kilogramm Trauben der Weißweinsorte Riesling. dpa/SvD