Weit mehr als 400 Euro im Monat sind netto möglich. Das gilt nicht nur für Hausfrauen. Auch Schüler, Studenten und Rentner haben Chancen, dass ein Job vor Weihnachten zum "Netto-Vergnügen" wird. Zwei Möglichkeiten gibt es, frei von Sozialversicherungsbeiträgen die Haushaltskasse oder das Taschengeld aufzubessern.

Kurzzeitige Beschäftigung. Die Beschäftigung ist auf höchstens zwei Monate (oder 50 Arbeitstage) im Laufe eines Kalenderjahres beschränkt. Auf die Höhe des Verdienstes kommt es nicht an. Es können also in zwei Monaten durchaus 3000 Euro verdient werden. Vorhergehende kurzzeitige Beschäftigungen im Kalenderjahr werden jedoch bei der Beurteilung mitgerechnet. So kann eine Weihnachtsaushilfe von vier Wochen zur Versicherungspflicht führen, wenn - aufs Kalenderjahr gesehen - mehr als zwei Monate beziehungsweise 50 Arbeitstage herauskommen. Geht eine solche Beschäftigung über den Jahreswechsel hinaus, ändert sich - trotz kalenderjährlicher Betrachtung - für diese Beschäftigung ab Januar des Folgejahres an der Versicherungspflicht nichts. Arbeitslose können nicht als "kurzzeitig Beschäftigte" eingestellt werden. Sie arbeiten stets "berufsmäßig".

Verdienstgrenzen. Wird durch eine Beschäftigung die Zwei-Monats-/50-Arbeitstage-Grenze überschritten, kann dennoch Sozialabgabenfreiheit bestehen: Dann, wenn der Verdienst 400 Euro im Monat nicht übersteigt. Zweimal im Jahr dürfen es mehr als 400 Euro sein, wenn dies "unvorhergesehen" geschieht, etwa weil eine Kollegin krank geworden ist. Für diese Beschäftigungen zahlt nur der Arbeitgeber pauschale Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung.

Was "Sozialversicherungsfreiheit" bedeutet. Sozialversicherungsfreiheit heißt, dass die Hausfrauen, Schüler und Rentner als Arbeitnehmer keine Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen haben. Auch der Arbeitgeber spart, wenn er Mitarbeiter - wie unter "kurzzeitig beschäftigt" beschrieben - in seiner Firma einsetzt. Für Studenten gilt für die Rentenversicherung grundsätzlich dasselbe. In den übrigen Sozialversicherungszweigen können sie sogar wesentlich umfangreicher einer bezahlten Arbeit nachgehen, ohne Beiträge zu zahlen, weil sie bis zu 20 Stunden wöchentlich bezahlt arbeiten dürfen.

Sozialversicherungsschutz ist immer gewährleistet. Gut zu wissen: Alle Aushilfsbeschäftigten haben aber auf jeden Fall - egal, ob sie kurzzeitig oder ständig im Einsatz sind - den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie tritt bei Unfällen während der Arbeit oder ebenfalls auf den Arbeitswegen ein. Auch für den ausfallenden Lohn gibt es übrigens Ersatz von der für den Arbeitgeber zuständigen Berufsgenossenschaft. An diese hat jedoch allein das Unternehmen die Beiträge zu tragen.

Was der Fiskus von kurzzeitig Beschäftigten will. Sie werden immer entsprechend ihrer Steuerklasse zur Steuerkasse gebeten. 2000 Euro Monatsverdienst ergeben in Steuerklasse I oder IV einen Abzug für Lohnsteuern in Höhe von 222 Euro, in Steuerklasse II von 193 Euro und in Steuerklasse V von 445 Euro.

Der Arbeitgeber kann aber den Verdienst auch pauschal versteuern: mit 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, falls der Beschäftigte einer kirchensteuerberechtigten Religionsgemeinschaft angehört. Hier gelten andere Grenzen als in der Sozialversicherung: Es muss sich um eine Beschäftigung von maximal 18 zusammenhängenden Arbeitstagen handeln. Der durchschnittliche Stundenlohn darf dabei zwölf Euro, der Tagesverdienst regelmäßig 62 Euro nicht übersteigen, der gesamte Verdienst im 18-Tage-Zeitraum nicht mehr als 1116 Euro betragen.

400-Euro-Jobber zumeist fast steuerfrei. Arbeitnehmer in 400-Euro-Jobs werden vom Fiskus wesentlich besser behandelt. Sie zahlen entweder gar keine Steuern, oder ihr Arbeitgeber, der auf den Nebenverdienst pauschal zwei Prozent (über die Minijobzentrale) an das Finanzamt abzuführen hat, verlangt das Geld von seiner Aushilfskraft zurück, was ihm gesetzlich gestattet ist. Das macht jedoch bei glatt 400 Euro Monatsverdienst gerade mal acht Euro aus. Davon wird kein Arbeitgeber arm, weshalb im Regelfall eine "Überwälzung" auf die Teilzeitkraft unterbleibt.

Schließlich gibt es eine weitere Variante: Es ist auch noch möglich, dass der Arbeitgeber die Pauschalsteuer außen vor lässt und die Teilzeitkraft auffordert, ihm die Lohnsteuerkarte vorzulegen. Das kann sogar für beide Seiten positiv sein, denn in den Lohnsteuerklassen I und IV fallen erst bei einem Monatsverdienst von 894 Euro acht Cent Steuern an. So kann letztlich auch die Zwei-Prozent-Pauschale damit ausgetrickst werden .