Klarheit schafft ein einfacher Test: Bewohner halten eine brennende Kerze an den Kasten und an die Gurtdurchführung. Flackert die Flamme, bestehe Handlungsbedarf, sagt Jörg Gurski, Energieberater aus Nordrhein-Westfalen.

Genehmigung einholen

Die meisten alten Rollladenkästen lassen sich nachträglich dämmen. Doch Vorsicht: Dämmen gilt als Eingriff in die Bausubstanz. "Bevor ein Mieter am Rollladenkasten selber Hand anlegt, sollte er den Vermieter um Erlaubnis fragen", rät Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Ohne Genehmigung könne ein Vermieter den Mieter haftbar machen, wenn später Probleme mit Feuchtigkeit auftreten oder sich Schimmel bildet. Ein Vermieter könne auch entscheiden, dass nur ein Handwerker dämmen dürfe.

Grundsätzlich schafft das aber auch ein Heimwerker selbst. Er muss als erstes die Revisionsöffnung aufschrauben, erläutert Gurski. Das ist ein Zugang zu versteckten oder verkleideten Installationen, der beim Rollladenkasten meist unten oder zum Raum hin liegt. Im offenen Kasten müssen Heimwerker bei aufgerollten Rollladenpanzer ausmessen, wie stark die Dämmung maximal sein darf. Denn auch mit Dämmung muss der Rollladen ohne Schwierigkeiten hinauf- und heruntergehen.

Bei der Dämmung gilt: Je dicker der Kasten ausgekleidet ist, umso besser ist der Energiespareffekt. "Als Material für die Rollladenkasten-Dämmung in Eigenregie eignen sich Styrodurplatten", sagt Gurski. Diesen Hartschaum sollte der Heimwerker möglichst exakt zuschneiden, damit keine unnötigen Fugen entstehen.

Anschließend werden die Dämmplatten mit Spezialkleber an die Wände des Kastens geklebt. "Um Wärmebrücken zu vermeiden, dürfen auf keinen Fall die Seitenwände der Kästen vergessen werden", betont der Experte.

Nebeneffekt: weniger Straßenlärm"Um Zugluft zu vermeiden, müssen vor dem Einbringen des Dämmmaterials immer die Fugen und Ritzen im Kasten mit Silikon ausgespritzt und auf diese Weise abgedichtet werden", rät Gurski dem Heimwerker. Durch eine Dämmung bleiben Räume grundsätzlich wärmer, und es zieht nicht mehr. "Auch Straßenlärm dringt nicht mehr in die Räume", nennt Gurski einen weiteren Vorteil. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Heimwerker wirklich präzise die Platten zuschneidet. Deshalb könne das Dämmen eines einzigen Kastens bis zu vier Stunden dauern.