In diesem Jahr ist Heiligabend ein Dienstag - für Last-Minute-Pakete eher ungünstig. Denn das Wochenende liegt kurz davor, und danach wird es schon eng. "Normalerweise gilt: heute abgeben, morgen da", erklärt Johannes Offermann vom Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT). Ihm gehören Dienstleister wie die Deutsche Post, UPS und Hermes an. "In der Weihnachtszeit sind es eher Einlieferung plus zwei bis drei Tage."

Die Deutsche-Post-Tochter DHL verspricht zwar: Pakete, die bis zum 23. Dezember um 10 Uhr abgegeben werden, erreichen in der Regel noch bis Heiligabend ihre Empfänger, wie Sprecherin Anke Blenn versichert. Allerdings eben nur "in der Regel". Bei der Konkurrenz ist der späteste Zeitpunkt unterschiedlich, erklärt der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK), der neben UPS und Hermes auch Anbieter wie DPD und Fedex vertritt. DPD zum Beispiel empfiehlt Donnerstag, den 19. Dezember, für die letztmögliche Einlieferung - Hermes reicht Samstag, 21. Dezember, bis 10 Uhr. Weihnachtskarten sollten ebenfalls spätestens am Samstag vor der letzten Leerung im Briefkasten liegen.

DHL und Hermes unterscheiden Paket und Päckchen. Bei DHL gilt als Päckchen, was maximal zwei Kilogramm wiegt und 60 mal 30 mal 15 Zentimeter groß ist. Bei Hermes kann es 25 Kilogramm wiegen, aber die längste und kürzeste Seite dürfen addiert 37 Zentimeter nicht überschreiten. Das Hermes-Päckchen ist bis zu einem Wert von 50 Euro versichert, bei DHL ist der Inhalt unversichert. Vergleichbar ist das ebenfalls versicherte XS-Pack von GLS. Hierbei dürfen längste und kürzeste Seite 35 Zentimeter nicht überschreiten. Das Porto kostet bei den drei Anbietern zwischen vier und 4,10 Euro.

Pakete dagegen werden - je nach Versanddienst - nach Gewicht oder Größe abgerechnet und sind gegen Verlust und Beschädigung versichert. So lassen sich sogar sperrige oder schwere Gegenstände bis 31,5 Kilogramm versenden. Das günstigste Porto für ein kleines Paket gibt es bei DPD für 4,30 Euro. Zusätzlich bieten Anbieter die Möglichkeit, Sendungen im Internet auf ihrer Reise zu verfolgen. Sparen lässt sich bei Hermes und DHL mit der Online-Frankierung: Damit ist der Paketschein bis zu einem Euro günstiger als in der Filiale.

Auf den allerletzten Drücker ein Geschenkpaket innerhalb Deutschlands zu versenden, ist kostspielig. "Express-Versand ist dreimal so teuer wie der Standardversand", schätzt DVPT-Sprecher Offermann. Die günstigste Variante gibt es für 14,30 Euro bei DPD. Beim Express-Versand kann die Lieferung teilweise noch am selben Tag der Abgabe erfolgen. Oft gibt es hierbei eine Geld-zurück-Garantie für den Fall, dass das Paket nicht zum vereinbarten Zeitpunkt eintrifft.

Schleifen und Geschenkpapier um das Paket sparen sich Kunden besser. "Da die Sortierung in den Paketzentren heute automatisch erfolgt, bereiten aufwendig verpackte Pakete immer wieder Probleme", erklärt Martin Frommhold von Hermes. Hier gilt daher: Weniger ist mehr.

Zum Thema:
Wer Weihnachtsgrüße ins Ausland schickt, sollte Briefe und Postkarten mit dem Vermerk "Priority/Prioritaire/Luftpost" kennzeichnen. Genauso eignen sich Aufkleber mit dem entsprechenden Hinweis, damit die Post schnell befördert wird. Das empfiehlt Anke Blenn, Sprecherin der Deutschen Post. Damit die Weihnachtspost pünktlich zum Fest ankommt, sollten Absender in Deutschland Grüße an Verwandte in Nachbarländern bis zum 20. Dezember einwerfen. Für andere europäische Länder sei der 18. Dezember der Stichtag. Bei außereuropäischen Ländern variieren die durchschnittlichen Laufzeiten stark. Blenn gibt als Richtwert den 13. Dezember als letztmöglichen Einlieferungstermin an.