Der Riss ging quer durch die Parteien. Einig waren sich die Abgeordneten nur in einem: Die Entscheidung, dass die Arbeitslosen aus Dahme-Spreewald künftig von Cottbus statt von Potsdam betreut werden, halten sie für falsch. Michael Kuttner (CDU) fand, dass man sie deshalb „nicht stehen lassen kann“. Landrat Stephan Loge (SPD) solle dagegen auftreten.

Dass die Entscheidung über die Zuordnung auch deshalb getroffen wurde, weil der Kreis Mitglied in der Energieregion Lausitz ist, veranlasse ihn darüber nachzudenken, ob diese Mitgliedschaft noch richtig sei. „Gebracht hat sie uns bisher nichts.“

Michael Reimann (Die Linke) dagegen favorisierte, nach der Zuordnung „stolz und selbstbewusst“ in den Gremien aufzutreten.

Das ist auch die Idee von Landrat Loge. Statt einer Beschwerde auf Bundesebene „sollten wir jetzt das Beste draus machen und uns mit aller Kraft einbringen“. Allerdings schließe er sich der Mehrheit an, versicherte er.

Und die wird wohl so ausfallen, dass Loge auf Bundesebene gegen die Entscheidung interveniert. „Diese Forderung steht“, bekräftigte Martin Wille (SPD). „Wenn wir die Entwicklung des Landkreises Dahme-Spreewald, die prima läuft, weiter forcieren wollen, müssen wir uns wesentlich mehr mit dem schmalen Bereich beschäftigen, der da links und rechts von Königs Wusterhausen und Schönefeld liegt“, argumentierte er. Die jetzige Diskussion sieht Wille als „gute Gelegenheit, unseren südlichen Freunden nochmal deutlich zu machen, dass wir nicht immer nach der Cottbuser Pfeife tanzen“. Schließlich sei Dahme-Spreewald die wirtschaftliche Lokomotive, und daher „wollen wir dann auch ein Wörtchen mitreden“. Wille fuhr fort: „Wir sind ja bereit, die anderen, teilweise ein bisschen asthmatischen Waggons mitzuziehen. Das müssten die dann aber auch anerkennen.“ Dass Cottbus' Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) seinen Sitz im Verwaltungsrat geräumt habe, um dem Kreis ein Stimmrecht einzuräumen, sei „ein erster Schritt. Da muss aber noch mehr getan werden.“

Beigeordneter Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) erinnerte indes daran, dass sich Cottbus „in den Anfangszeiten der Planung stark gemacht hat für die Entwicklung des Flughafens Schönefeld, dass die Initiative für den Wirtschaftsraum aus dem Süden stammt und dass etwas wirklich Gutes entstanden ist.“ Die Zuordnung sei nicht „der Untergang des Abendlandes, auch nicht der von Dahme-Spreewald“.

Im Kreistag am 19. Oktober haben die Abgeordneten nochmals die Möglichkeit, darüber zu diskutieren. Beginn ist um 16 Uhr im großen Sitzungssaal der Verwaltung in Lübben an der Reutergasse.