Jetzt kann es hektisch werden, nicht nur beim Weihnachtseinkauf. Steuerzahler sollten ihre Unterlagen ordnen und können damit viel Geld sparen.

Riester-Zulagen beantragen. Die staatlichen Riester-Zulagen müssen jährlich beantragt werden. "Mitunter wird aber vergessen, den Antrag beim jeweiligen Anbieter zu stellen", sagt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Die Folge: Die Zulagen verfallen. Sparer können die Zulagen zwei Jahre rückwirkend beantragen. "Die Frist für das Jahr 2010 endet am 31. Dezember 2012."

Generell empfehlenswert ist ein Dauerzulagenantrag. Dann entfällt die jährliche Antragstellung. Kunden erhalten ihn von ihrem Anbieter. Änderungen müssen trotzdem gemeldet werden. Hat die Familie 2012 Zuwachs bekommen, gibt es 300 Euro Zulage extra. Auch Gehaltsänderungen spielen eine Rolle, da sich dann der Sparbetrag ändert.

Daten der elektronischen Lohnsteuerkarte prüfen. Ab 2013 beginnt das elektronische Lohnsteuerverfahren. Der Datenaustausch zwischen Finanzverwaltung und Arbeitgebern erfolgt dann nur noch digital, erklärt der Deutsche Steuerberaterverband. Fehler im Datenbestand können zu niedrigen Gehaltsauszahlungen führen. Arbeitnehmer sollten daher vor dem Jahreswechsel prüfen, ob ihre Lohnsteuerabzugsmerkmale von der Finanzverwaltung richtig gespeichert wurden. Auch Freibeträge müssen gegebenenfalls neu beantragt werden.

Steuerklasse ändern. Ehepaare sollten die Wahl der Steuerklassen auf den Prüfstand stellen. Verheiratete können zwischen den Steuerklassenkombinationen III/V und IV/IV wählen, erklärt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Für gleich verdienende Paare ist die Steuerklasse IV am günstigsten. Bei großen Gehaltsunterschieden ist meist die Kombination III/V sinnvoll.

Ehepaare mit unterschiedlich hohen Einkünften können sich für die Kombination IV/IV mit Faktor entscheiden. Hier werden die persönlichen Entlastungsbeträge - etwa Grund- und Kinderfreibetrag - jedem Partner monatlich direkt von der Steuer abgezogen. Unterm Strich zahlt jeder Partner so viel Lohnsteuer, wie es seinem Anteil am gemeinsamen Bruttolohn entspricht.

Wer von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann die Höhe der Lohnersatzleistung mit einem Wechsel der Steuerklasse beeinflussen. Für Verheiratete bietet sich laut NVL hier die Steuerklasse III, bei Alleinstehenden mit Kind die Steuerklasse II an.

Verlustbescheinigung besorgen. Anleger, die bei verschiedenen Banken Depots haben, können sich die Verluste bescheinigen lassen. "Diese Bescheinigung muss spätestens bis zum 15. Dezember 2012 bei der Bank beantragt werden", erklärt Käding. Vorteil: In der Steuererklärung können Verluste mit Gewinnen aus anderen Depots verrechnet werden. Bescheinigte Verluste, die 2012 nicht genutzt werden können, werden 2013 vom Finanzamt berücksichtigt.

Gesundheitskosten zusammenrechnen. Ausgaben für Zahnersatz, Brillen, Kuren, Zuzahlungen zu Rezepten und Arztpraxisgebühr können als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden. Dies gilt aber nur, wenn die zumutbare Eigenbelastung überschritten wird, erklärt der NVL.

Die Eigenbelastungsgrenze ist unterschiedlich hoch und richtet sich nach der Höhe des Einkommens, des Familienstandes und der Anzahl der Kinder. "Bei einer Familie mit drei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 40 000 Euro wird der zumutbare Eigenanteil etwa bei 400 Euro überschritten", rechnet Käding vor. Kosten, die darüber liegen, mindern die Steuer. Wer knapp darunter liegt, kann noch in diesem Jahr eine neue Brille kaufen und den Fiskus so an seinen Gesundheitskosten beteiligen. Wer 2012 die Belastungsgrenze nicht mehr erreichen wird, verschiebt solche Anschaffungen besser ins nächste Jahr.

Werbungskosten vorziehen. Ist der Pauschbetrag von 1000 Euro überschritten, sollten Ausgaben vorgezogen werden. "Wer weiß denn schon, ob 2013 der Arbeitnehmerpauschbetrag wieder erreicht wird?", fragt Käding. Bis 410 Euro sind etwa Kosten für einen Schreibtisch oder Computer sofort absetzbar, darüber hinaus werden sie über mehrere Jahre abgeschrieben.