Die Reptilienabteilung im Zoofachgeschäft Fressnapf im TKC ist in den vergangenen Jahren beträchtlich gewachsen. Mittlerweile umfasst sie 25 Terrarien. Darin tummeln sich Geckos, Echsen und Frösche, aber auch Spinnen, Skorpione und Schlangen. "Wir haben eigentlich alles", erklärt Verkäuferin Nicole Pretzsch in Cottbus größter Zoohandlung und bestätigt: "Die Nachfrage steigt stetig."

Die Berührungsängste schwinden offenbar. So sei etwa eine Cottbuser Familie auf der Suche nach einem Haustier gewesen, das kein Heu braucht, da das Kind dagegen allergisch ist. Die Wahl fiel auf eine Bartagame. "Die sind nicht kompliziert", sagt Nicole Pretzsch. "Sie brauchen Platz, Licht und Wärme. Und sie erkennen sogar ihren Pfleger." Die australische Echse sei ein "Einsteigertier", sagt sie. Soll heißen: Es ist einfach im Umgang.

Trotzdem betont Nicole Pretzsch: "Reptilien sind keine Kuscheltiere." Sie muss es wissen, hat sie doch selbst 18 Schlangen zu Hause. Es sind Königspythons in verschiedenen Farben und Zeichnungen. Genau das fasziniert sie an den Tieren. "Sie sind einfach schön und es ist so ein wunderbarer Erfolg, wenn sie dann auch Eier legen", sagt sie. "Und sie fühlen sich auch ganz toll an, wie eine Krokoledertasche - warm, trocken und geschmeidig." Wer Reptilien hält, muss zwar kein Heu besorgen, dafür aber mit Mäusen im Tiefkühlfach oder Heimchen, Grillen und Heuschrecken im Schrank zurechtkommen. Schließlich stehen die auf der Speisekarte von Schlangen und Echsen.

Der Cottbuser Thomas Petzold hat deshalb eine klare Trennung: Die zwei Katzen in der Wohnung, die Schlangen in einem Extragebäude. Aber bei dem Schlangenzüchter ist es auch etwas mehr geworden. Mittlerweile besitzt er rund 80 Zuchttiere - Kornnattern, Boa Constrictor und Königs- sowie Tigerpythons. Mit einer Kornnatter hat er vor 20 Jahren angefangen.

"Mittlerweile kann ich durch die Zucht die Kosten für das Hobby decken", sagt er. Die Tiere verkauft er bundesweit. "In der Region allerdings eher weniger." Als Züchter musste er dem Veterinäramt einen Sachkunde-nachweis vorlegen und wird auch jährlich kontrolliert. "Das finde ich gut", sagt er. Der Reptilien-Schau wie sie am Wochenende in Cottbus gastiert, ist er skeptisch gegenüber. "Das ist mir zu viel Zirkus."

Arno Spindler vom Reptilarium versichert jedoch: "Wir haben einen speziellen Tiertransporter mit Aggregaten für Wärme, Licht und Luftfeuchtigkeit, so dass die Tiere immer optimale Bedingungen haben. Das Fahrzeug kostet so viel wie ein Einfamilienhaus." Zudem werde die Show mit den rund 150 Tieren vorab ebenfalls vom Veterinäramt inspiziert.

Der Familienbetrieb kenne sich mit Reptilien aus, schließlich halte er sie seit 42 Jahren. "Wir bemerken ein gestiegenes Interesse an den Tieren", sagt Spindler. "Jeder zweite Besucher erzählt von seinen eigenen Tieren und will noch mehr Hintergrundwissen bekommen."

Doch nicht nur das habe das Reptilarium zu bieten, sondern auch das Besondere. "Wir haben eine Weltsensation dabei - die zweiköpfige Salmon Boa. Beide Köpfe fressen. Das ist eine Laune der Natur, aber eine ganz tolle", schwärmt er. Zu sehen seien neben Schlangen, auch Leguane, Spinnen, Schildkröten, ein Alligator und Kaiman.

Zum Thema:
Die Tierschau "Reptilarium" ist am Samstag, 6. Oktober, und Sonntag, 7. Oktober, in den Cottbuser Messehallen zu Gast. Geöffnet wird an beiden Tagen von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet für den Erwachsenen neun Euro, für das Kind sechs Euro. Zudem gebe es Familientickets.