Weltweit steigt die Zahl der Diabetes-mellitus-Erkrankungen. Allein in Deutschland sind mehr als fünf Millionen Menschen betroffen. Krankenhausstatistiken belegen, dass jährlich 200 000 stationäre Behandlungen mit der Hauptdiagnose Diabetes stattfinden; ein Vielfaches davon mit der Nebendiagnose Diabetes mellitus. Die bestmögliche Betreuung dieser Patienten stellt eine besondere Herausforderung dar. In den Krankenhäusern Herzberg und Elsterwerda werden Diabetespatienten von Diabetesberaterinnen betreut. Sie alle kümmern sich um die vielfältigen gesundheitlichen und psychologischen Probleme der Patienten mit Diabetes mellitus.

Cosette Weggen ist zurzeit die einzige zertifizierte Diabetes Nurse in Ostdeutschland. Sie arbeitet seit langem als Krankenschwester im Finsterwalder Krankenhaus. Als sich 2009 die Chance bot, sich mit der Weiterbildung zur Diabetes Nurse noch einmal beruflich weiter zu entwickeln, griff sie beherzt zu. Der einjährige Kurs, für den sie regelmäßig nach Oldenburg fahren musste, stellte sich als Herausforderung heraus, die sie jedoch erfolgreich gemeistert hat. „Die Weiterbildung zur Diabetes Nurse soll die fachlichen Voraussetzungen für die optimale Betreuung von Diabetes-Patienten im Krankenhaus schaffen“, erklärt sie das Ausbildungsziel. Deswegen gehörte zum Kurs ein umfangreicher Theorieteil, der differenziertes Wissen über die Therapie des Diabetes mellitus sowie die Folge- und Begleiterscheinungen vermittelte.

Diabetes Nurses sind in der Lage, Menschen mit Diabetes mellitus professionell zu betreuen, können Akutsituationen bewältigen und begleiten den stationären Aufenthalt des Patienten als kompetenter Ansprechpartner. Sie kennen die Grundlagen von Typ I- und Typ II-Diabetes ebenso die zugehörigen unterschiedlichen Therapieformen und erlernen praktische Aspekte der Krankheit, zum Beispiel die Insulintherapie und die Wundbehandlung beim diabetischen Fußsyndrom. Zu ihrer Ausbildung gehört schließlich auch der Erwerb kommunikativer und psychosozialer Kompetenzen, mit denen sie Menschen mit Diabetes mellitus und ihre Bezugspersonen bei der Auseinandersetzung mit und Bewältigung der Krankheit unterstützen und beraten.

„Ich werde immer dann gerufen, wenn die Blutzucker-Werte eines Patienten Auffälligkeiten zeigen“, erklärt die Diabetes Nurse ihren Arbeitsalltag. Regelmäßig trifft sie auf Patienten, die im Krankenhaus mit der Diagnose Diabetes konfrontiert worden sind und nun in das Themenfeld eingeführt werden müssen. „Ihre Zahl steigt ständig“, hat Cosette Weggen beobachtet – in der Regel handelt es sich um einen Diabetes Typ II, der unter anderem auf falsche Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen ist. An dieser Stelle hilft ihr eine weitere Ausbildung zur Diabetes-Assistentin, ihre Patienten zu beraten. Die Diabetes Nurse arbeitet fach- und stationsübergreifend und entlastet mit ihrer Tätigkeit auch die Schwestern auf den Stationen. „Ich glaube, dass meine Arbeit im Haus gut angenommen wird“, meint sie. Damit ihr Wissen weiter auf dem Stand der Zeit bleibt, wird sie künftig mit Unterstützung des Klinikums einmal jährlich an einem Auffrischungskurs teilnehmen.