"Richte mir bitte einen Termin ein." Oder: "Erinnere mich daran, heute Abend Oma anzurufen." Und: "Brauche ich morgen einen Regenschirm?" Solche Fragen und Befehle kann man nicht nur an sein Smartphone richten. Auch Windows hat seit Version 10 die Sprachassistentin Cortana an Bord. Sie ist nach einer Figur aus Microsofts Spieleserie "Halo" benannt.

Cortanas Funktionsumfang entspricht dem der Apple-Konkurrentin: "Im Grunde ist Cortana ein Assistent wie Siri. Ich kann also Fragen oder einfache Aufgaben stellen", sagt Jo Bager vom IT-Fachmagazin c't. Der Nutzen hänge jedoch immer davon ab, wie sehr ich mich auf die Welt eines Herstellers einlasse. Wer an seinem Windows-10-PC konsequent auf das Microsoft-Ökosystem setzt, also etwa E-Mails und Termine in den mitgelieferten Apps verwaltet, könne Cortana tatsächlich viele Alltagsaufgaben überlassen. Am Apple-Computer Mac geht das noch nicht.

Die Arbeit am PC beschleunigen die Assistenten aber nicht unbedingt. "Sprachsteuerung ist dann besonders attraktiv, wenn Augen und Hände beschäftigt sind, also zum Beispiel im Auto oder am Handy", sagt Alexander Waibel, Professor für Informatik am Karlsruhe Institute of Technology (KIT). "Am klassischen PC ist der Nutzen solcher Systeme eingeschränkt, die Leute sitzen ja in der Regel direkt davor."

Interessanter werden die Assistenten erst, wenn das nicht mehr der Fall ist, sagt der Informatiker - etwa wenn der PC zur Steuerzentrale für die ganze Wohnung wird. Bis es so weit ist, gibt es aber noch einige Hürden zu überwinden. Vielleicht die größte davon sind Verständigungsschwierigkeiten zwischen Assistenten und Nutzer. Eindeutige und einfach zu interpretierende Befehle zu geben, sei für Menschen sehr schwierig, sagt Waibel. Selbst einfachste Kommandos seien unter Umständen sprachlich sehr komplex.

Zur Lösung dieses Problems setzen Assistenten wie Siri und Cortana auf Lernalgorithmen: Jeder Befehl aller Nutzer der ganzen Welt landet im Speicher der Systeme. Mit der Zeit entsteht so eine Datenbank aus Erfahrungswerten, aus denen die Programme lernen können. "Je mehr wir solche Assistenten nutzen, desto besser werden sie", erklärt Waibel.

Doch am PC gibt es noch andere Möglichkeiten der Sprachsteuerung. Wer will, kann seinem Computer schon seit Jahren Texte diktieren. Diese Funktion ist bei aktuelleren Versionen von Windows und dem Apple-Betriebssystem OS X integriert. Alternativ gibt es Programme wie Dragon Naturally Speaking oder Voice Pro. Die kosten zwar, können aber auch mehr.

Ob Diktieren oder Tippen besser ist, ist Geschmacks- und Übungssache. "Klar und eindeutig zu diktieren, ohne sich zu versprechen, ist gar nicht so einfach", warnt Waibel. Tippen sei dagegen schneller, fehlerfreier und leiser. Deshalb sei es womöglich fürs Großraumbüro besser geeignet. "Beim Tippen können Sie außerdem ins Unreine schreiben und später editieren." Das sei beim Diktieren komplizierter.

Einige sind auf die Assistenten jedoch angewiesen. "Spracherkennung ist für alle Menschen mit irgendeiner Form der motorischen Einschränkung enorm wichtig", sagt Christian Hille vom Berliner Verein Zugangswerk, der barrierefreie Technologien fördert. "Menschen mit Sehbehinderung benutzen die Systeme aber zum Beispiel auch, einfach weil sie damit deutlich schneller schreiben können."

Eine gute Spracherkennungssoftware steuert zudem alles vom Browser bis zur Systemsteuerung. "Wer damit umgehen kann, formatiert damit sogar Texte oder baut Tabellen", so Hille. Möglich machten das zum Betriebssystem gehörende Programme ebenso wie später gekaufte Anwendungen. Letztere lieferten bessere Ergebnisse: "Die sind einfach anpassungsfähiger und bieten gerade für erfahrene Nutzer viel mehr Möglichkeiten."