Er soll angeblich unter Sehstörungen gelitten haben. Dem 27-Jährigen drohte nach Informationen unserer Zeitung aus unterrichteten Kreisen allerdings keine Netzhautablösung, wie vielfach in den Medien spekuliert wurde. Ob die Erkrankung auch die Flugtauglichkeit bis hin zur Berufsunfähigkeit eingeschränkt hätte, ist offen. L. hatte am Dienstag nach Informationen der französischen Staatsanwaltschaft absichtlich eine Germanwings-Maschine von Barcelona nach Düsseldorf über den französischen Alpen zum Absturz gebracht. 150 Menschen, darunter 75 Deutsche, starben bei dem Unglück.

Auf jeden Fall steht fest, dass der Todespilot nicht nur mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Er hat sich im Februar 2015 und zuletzt am 10. März 2015 als Patient in der Universitätsklinik aufgehalten. Anlass waren diagnostische Abklärungen, nicht die Behandlungen einer Krankheit.

In einer Erklärung der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft vom Freitag war von Hinweisen auf eine "bestehende Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlungen" die Rede. Das Attest eines Arztes, der ihn am Flugtag krankgeschrieben hatte, reichte der Flugzeugführer nicht bei seinem Arbeitgeber ein.

Die Düsseldorfer Polizei bildete unter dem Namen "Alpen" eine Sonderkommission. "Es ist sicher einer unserer größten Ermittlungseinsätze seit Jahrzehnten", sagt ein Pressesprecher, "die Kollegen sind extrem gefordert." Die Kommission ermittelt nicht nur die Lebensumstände von Andreas L, sondern lässt in ganz Deutschland Indizien sammeln, um die getöteten 75 deutschen Opfer zu identifizieren.