"Der Kongressmarkt ist ein Wachstumsmarkt", betont Bernd Koch. Cottbus dürfe die Möglichkeit nicht verstreichen lassen, sich ein Stück von diesem Kuchen abzuschneiden. Die Stadt verfügt über "drei brillante Bedingungen", die einen Kongressstandort auszeichnen. Erste Voraussetzung seien die hochmodernen Hallen. "Zweitens", so Koch, "ermöglicht die Struktur der CMT, ein Kongressprodukt aus einer Hand anzubieten." Nur so hatte sich die Stadt als Austragungsort des Bundesparteitages der Linken gegen die Konkurrenz von Rostock und Dresden durchgesetzt. Die Messegesellschaft hatte dem Veranstalter ein Angebot gemacht, das über die Gastronomie, die Übernachtung bis zum Rahmenprogramm alles beinhaltet habe, was für eine solche Großveranstaltung nötig ist. Außerdem sei die CMT bereits seit 20 Jahren am Markt und stehe deshalb für Vertrauen und Verlässlichkeit. Kritisch zur Resonanz als Messe-Standort äußert sich unterdessen der scheidende Chef des Cottbuser Lindner Congress Hotels, Christian Kölling: "Cottbus hat im bundesdeutschen Maßstab der Kongressstädte deutliche Schwächen." Dazu zählen nach seinen Worten neben einer unglücklichen Vermarktung nach außen mit den wenig aussagekräftigen Schlagworten "Pückler" und "Energie" auch äußere Faktoren wie die Entfernung von den wichtigen Flughäfen. "Wer in Berlin landet, bleibt meistens entweder in der Hauptstadt, oder er fährt nach Leipzig", sagt Kölling. "Cottbus ist für viele Geschäftsreisende leider erst dritte Wahl." CMT-Chef Koch sieht das anders. Er preist "das herausragende Kongressimage" von Cottbus, das die Ausstrahlung einer Veranstaltung in die gesamte Bundesrepublik ermögliche. "Bei uns stehen die Journalisten Schlange", so Koch. So hätten die Medizinerkongresse in den Cottbuser Messehallen deutschlandweit vom "Hamburger Abendblatt" bis zur "Münchner Morgenpost" ihre Widerspiegelung gefunden. Im vergangenen Jahr war die städtische Gesellschaft nach eigenen Angaben Gastgeber von 17 Tagungen und Kongressen. In diesem Jahr sind im Monat im Mai die Weltmeisterschaft für Belgische Schäferhunde und der Guttempler-Kongress geplant.