Das am Donnerstag gestartete Raumschiff änderte seine elliptische Umlaufbahn und umrundet seither kreisförmig in 343 Kilometern Höhe die Erde, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Im Orbiter packten die Astronauten Zhai Zhigang und Liu Boming den nach amtlichen Angaben selbst entwickelten chinesischen Raumanzug "Feitian" und ein russisches Modell "Orlan" aus. Der Spaziergang von Kommandeur Zhai Zhigang war entgegen ersten Berichten in chinesischen Medien aber nicht für gestern, sondern abhängig vom Verlauf der Vorbereitungen erst für heute oder morgen geplant.

Der Zusammenbau des 120 Kilogramm schweren Raumanzuges sollte allein 15 Stunden dauern. Der Anzug, der nach Expertenangaben dem russischen Vorbild ähnelt, ist nach der buddhistischen Göttin "Feitian" benannt und bedeutet wörtlich übersetzt "am Himmel fliegen".

Liu Boming wird den russischen Anzug anziehen und im Orbiter bleiben, um seinem Kollegen Zhai Zhigang zu assistieren, seine Aktion zu filmen und ihm notfalls zur Hilfe kommen.

Bei dem live im Fernsehen übertragenen Weltraumspaziergang soll Zhai Zhigang einige außerhalb angebrachte Materialproben, die unter den Bedingungen des Weltalls getestet werden, für die Rückkehr zur Erde einsammeln.

"Der Weltraumspaziergang ist riskant", sagte der australische Raumfahrtexperte Morris Jones. "Der chinesische Raumanzug ist noch nie zuvor im All getestet worden." Auch sei noch nie zuvor die Luft und der Druck aus dem Orbiter abgelassen worden.

Neu in "Shenzhou 7" ist die Luftschleuse zwischen Orbiter und Rückkehrkapsel, in der Astronaut Jing Haiping bleiben wird. Chinas Staatsmedien nannten den geplanten 30-minütigen Spaziergang im Weltraum die bislang "ehrgeizigste und riskanteste Aufgabe" in der jungen chinesischen Raumfahrtgeschichte.

Bei einem Erfolg würde China nach den USA und Russland die dritte Nation, die einen Astronauten auf einen Einsatz außerhalb eines Raumschiffes geschickt hat. Das Vorhaben dient den Plänen Chinas, ein Raumlabor und schließlich bis 2020 eine eigene Raumstation zu bauen.

Fünf Jahre nach dem ersten bemannten Raumflug Chinas im Oktober 2003 umrunden mit "Shenzhou 7" erstmals drei chinesische Astronauten die Erde. Während des Fluges wird auch ein kleiner, 40 Kilogramm schwerer Satellit ausgesetzt. Die Rückkehr der Raumfahrer morgen oder am Montag ist in der Inneren Mongolei geplant.

Für künftige Flüge ins All, die in schnelleren Abständen stattfinden sollen, ist das Raumschiff "Shenzhou" jetzt auch in Serienproduktion gegangen, berichtete der Chefdesigner Zhang Bainan.

Das gegenwärtig produzierte Modell könne mit drei Astronauten sieben Tage im All bleiben und auch Andockmanöver vollziehen, die für die nächsten Flüge geplant und Voraussetzung für den Bau eines Raumlabors sind. "Shenzhou" kann als "Magisches Schiff" übersetzt werden. dpa/bw