Auch die rückwirkende Analyse der Nachweise des Serratien-Keims in diesem Jahr lieferte zunächst keine entscheidenden Hinweise.

Das im Oktober gestorbene Baby war mit einem Herzfehler in der Virchow-Klinik der Charité zur Welt gekommen und dann für eine Operation ins benachbarte Deutsche Herzzentrum verlegt worden. Fünf Tage nach der Operation starb das Neugeborene im Herzzentrum an einer Infektion mit Serratien-Keimen. Auch die Staatsanwaltschaft ist bereits mit dem Fall befasst, so ein Sprecher.

An der Charité hatte es zuletzt sieben Erkrankungen mit dem Erreger gegeben. Bei weiteren 15 Kindern wurde der Keim gefunden, sie gerieten aber nicht in Gefahr. Die Uniklinik verhängte zunächst einen Aufnahmestopp an zwei ihrer fünf spezialisierten Stationen. Wo sich der gestorbene Säugling infiziert hat, ist bisher nicht gänzlich geklärt. Ein Zusammenhang des Falls mit den Erkrankungen an der Charité sei wahrscheinlicher als andere Ursachen, sagte der Leiter der Neonatologie der Uniklinik, Christoph Bührer. Fünf Tage vor der Verlegung ins Herzzentrum war der Erreger bei einem letzten Test bei dem Säugling noch nicht gefunden worden. Die am Virchow-Klinikum entdeckten Erreger gelten eigentlich als weniger gefährlich als die multiresistenten Keime, an denen in Bremen mindestens drei Frühchen gestorben waren.