„Kalauer statt Knöllchen“, ein Begrüßungslätzchen für Babys mit der Aufschrift „Ich bin ein Calauer“ und nicht zuletzt der in diesem Jahr eingeweihte Witzerundweg haben bei der Jury gepunktet. „Die Ideen in Calau sind originell und für das Stadtmarketing eine tolle Sache“, sagt Rando Aust, Pressesprecher der Stiftung. Calau hat sich unter dem Motto „Kerngesunde Kleinstadt mit Witz“ in diesem Wettbewerb nicht nur mit deutschen Städten um die Auszeichnung beworben. „Wir hatten auch Bewerber aus Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn, Russland und den baltischen Republiken“, nennt Aust Beispiele.

„Wir haben über Jahre gedanklich daran gearbeitet und nun einen ersten Teil unseres Stadtmarketingkonzeptes umgesetzt. Dass es eine solche Resonanz findet, konnten wir vorher nicht einschätzen“, sagt Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). Von seinem Dienstzimmer im Calauer Rathaus hat er einen guten Blick auf den Marktplatz. „Die lustigen Figuren des Schusterjungen sind schon ein beliebtes Fotomotiv geworden“, stellt er fest. Der Bürgermeister hofft, das weitere Skulpturen hinzukommen, wenn sich Sponsoren in ihrer Heimatstadt engagieren. Mit dem Ausbau der Cottbuser Straße sollen die Fußstapfen des Schusterjungen in der Innenstadt sichtbar werden. „Wir wollen weitere Tafeln mit Kalauern anbringen. Es sollen neue Kalauer dabei sein. Die Tafeln könnten dann auch gewechselt werden, sodass der Besucher immer wieder Neues entdeckt“, regt Suchner an.

Dass Calau Touristen anzieht, stellt Stephan Uhlig bei seinen Stadtführungen als Calauer Schusterjunge fest. Besucher kommen nicht nur aus der Umgebung. „Busunternehmen und Reiseleiter wenden sich zielgerichtet an uns“, stellt er fest. So reist eine Berliner Wandergruppe am 3. Dezember an und will gleichzeitig den Weihnachtsmarkt besuchen. Und für 2012 gebe es schon eine starke Nachfrage. Ein Besuch im Museum „Mobile Welt des Ostens“, das Heimatmuseum und der Blick vom Kirchturm stehen meist auf dem Programm. „Der Witzerundweg ist der i-Punkt“, erklärt Uhlig.

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Zum ThemaSeit dem Jahr 2000 engagiert sich die Stiftung „Lebendige Stadt“ unter dem Kuratoriumsvorsitzenden Alexander Otto für die Zukunft der Städte. Zum elften Mal ist der Stiftungspreis verliehen worden, der jedes Jahr unter einem anderen Motto steht. Zu Beginn eines Jahres wird der Wettbewerb europaweit ausgelobt. Eine unabhängige Jury bewertete diesmal 220 Bewerbungen und wählte die Sieger aus. Der Stiftungspreis sind 15 000 Euro. In diesem Jahr wurde er auf 20 000 Euro aufgestockt, weil mit Hiddenhausen (NRW) und Ingelheim (Rheinland-Pfalz) zwei Städte gekürt werden, die sich das Preisgeld teilen.