Allerdings ist das nicht so ganz einfach, denn nicht jeder hat aus familiärem Hintergrund eine Haube oder kann sich so ein teures Stück leisten. Die jungen Frauen von Burg haben jetzt beschlossen, dass sie die Tradition des Haubesteckens selbst lernen wollen.

,,Ich habe eine Haube, die jetzt aber nach mehrfachem Tragen auseinander genommen werden und der Stoff gewaschen werden musste. Bei der Gelegenheit wollen wir uns mal zeigen lassen, wie so eine Haube entsteht", sagt Verena Lehmann von der Burger Jugend. Gemeinsam mit Christiane Buchan und Christin Stoppa haben die drei jungen Frauen den Weg zu Trachtenstickerin Christa Dziumbla gefunden.

Die Burgerin beschäftigt sich mit dem Thema seit 20 Jahren und hat auch gelernt, selbst Hauben anzufertigen. ,,Die Geduld, meine Versuche zu ertragen, hatte selbst mein Mann Dieter als Modell nicht." Nach ersten Versuchen und viel Kritik von älteren Burgerinnen habe sie schließlich versucht, eine Haube auf dem Schneidertisch anzufertigen. ,,Da habe ich mittlerweile meine Technik gefunden, die auch Anerkennung findet." Heute leihen sich viele die Hauben bei Christa Dziumbla aus, und drei Burger Jugendliche haben nun gelernt, wie man selbst so eine Burger Haube aus den vier Teilen samt Papier zur Verstärkung unterlegt.

Verena Lehmann hat ihren Kopfschmuck auseinander genommen und die Stoffteile gewaschen. ,,Es ist wichtig, dass alles mit einem Schuss Essig gewaschen wird, damit nichts von den Stickmustern auswäscht", sagt Christin Stoppa. Dann lernen die drei jungen Frauen, wie das Unterteil auf ein quadratisches Pappquadrat aufgenäht wird. Als zweiten Schritt stecken die drei Burger Jugendlichen das große Hinterteil auf das Pappquadrat. Christa Dziumbla zeigt ihnen, wie das Falten funktioniert. ,,Ich hätte nie gedacht, dass so genau geknickt werden muss", sagt Christin Stoppa .

Die beiden Seitenteile ergänzten die vier erst am Folgeabend. Die Haube von Verena Lehmann ist fertig geworden. Sie wird ihr frisches Kopftuch beim Maibaumaufstellen der Burger Jugend am 30. April am Burger Spreewaldbahnhof tragen.

Marion Hirche