Es geht nicht um die Wurst. Es geht um die Sauce. Sechs Anläufe benötigten die Burger Schülerköche, bis ihr Berater Alexander Schömmel von der Gaststätte "Kolonieschänke" während der Vorbereitungen auf das Landesfinale zufrieden mit dem Hauptgericht war. "Für das Fleisch kann man meistens nichts", sagt er. "Für die Sauce schon - und die war anfangs einfach zu dick."Doch diese kleinen Sorgen spielen jetzt keine Rolle mehr. Christiane Buchan steht in der Küche des Hotels "Christinenhof" in Tauer, sie schneidet Möhren und Lauchzwiebeln klein. Auf der Arbeitsplatte nebenan schnippelt Laura Schulze die Sellerie, die später gemeinsam mit Frischkäse, Meerrettich und Kräutern die Fisch-Vorspeise zieren wird. Und mit strengem Blick schaut Jury-Mitglied Brigitte Lehmann den Mädchen auf die Finger. Die Küchenmeisterin achtet auf Details, die manchen Hobbykoch in helle Aufregung versetzen würden: "Wird die Rezeptur genau eingehalten? Wie arbeiten die Schülerköche mit den Zutaten? Benutzen sie exakt die vorgeschriebenen Mengen?"Während die Jury-Mitglieder also alle Härte im Urteil walten lassen, decken die anderen Schülerköche die Tische. Linda Richter aus Burg stellt ein schwarzes Fahrrad, vielleicht zehn Zentimeter hoch, als Schmuckstück auf die weiße Decke. Vivien Valdivia Llarente aus Rheinsberg baut auf dem Nachbartisch ein Miniaturmodell ihres Heimatschlosses auf. Unbestechlich zeigt sich Jury-Mitglied Horst Dehms. Er notiert auf seinem Schreibblock die kritischen Worte "Tischdecken ungleich lang", als er das Rheinsberger Werk studiert. So schmackhaft die Burger Schülerköche ihr Menü aus Schwimmer-Räucherfisch im Eierkuchen an Salatbuquett, gefüllter Hackfleischrolle an dreierlei Gemüse mit Kartoffelpüree und Quarkküchlein an zweierlei Fruchtsaucen auch anrichten - am Ende geht der erste Platz an das Rheinsberger Team. So teilt sich Burg die Enttäuschung mit der Konkurrenz aus Fürstenwalde. Überaus freundlich kommentiert Erdgaspokal-Pressereferentin Romy Schneider das Ergebnis: "Burg und Fürstenwalde waren am allerbesten, aber Rheinsberg war am allerallerbesten." Die Jury, so sagt sie, habe es mit der Wahl des Siegers in diesem Jahr schrecklich schwer gehabt.