Januar, in Burg zu den jüngsten Vorwürfen, er habe jahrelang für die Staatssicherheit in der DDR gearbeitet, eine schriftliche Erklärung abgeben. „Sie wird dort vorgelesen“, sagte der 74-Jährige, der nach 42 Jahren als Bürgermeister in Burg zum Jahresende zurücktreten will.

Offiziell begründete Schmidt diesen Schritt mit seinem Gesundheitszustand, der es ihm seit einiger Zeit nicht erlaubt, sein Amt als Bürgermeister auszuüben. Schon einmal, so Schmidt, sei er auf eine IM-Tätigkeit geprüft worden. Das habe 1994 eine unabhängige Kommission gemacht. Ohne Hindernisse, so Schmidt.

Auch Schmidts Stellvertreter, der amtierende Burger Bürgermeister Manfred Neumann (WG Gemeinsam für Burg), sieht sich im Ergebnis einer akutellen Überprüfung der Burger Gemeindevertretung auf eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen DDR-Sicherheitsdienst mit belastendem Material konfrontiert. Neumann, der bei der Woklapnica den Rechenschaftsbericht der Gemeinde halten wird, wollte sich dazu vorerst aber nicht äußern. Und auch, ob er nach dem Rücktritt von Martin Schmidt der Gemeinde Burg als Bürgermeister zur Verfügung stehen wird, wollte er nicht beantworten. Die Gemeindevertreter wollen erst im neuen Jahr darüber entscheiden.

Die Burger Gemeindevertretung hatte vor zwei Jahren beschlossen, sich von der Stasi-Unterlagen-Behörde in Berlin überprüfen zu lassen. Vor Weihnachten hatte der TV-Sender rbb berichtet, die Überprüfung habe belastendes Material für Martin Schmidt und seinen Stellvertreter, Manfred Neumann, ergeben. Der Wahlausschuss des Amtes Burg hat in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend den Rücktritt von Bürgermeister Martin Schmidt angenommen. Das teilt Kerstin Möbes, Pressesprecherin der Amtsverwaltung, mit.

„Im kommenden Jahr wählt die Gemeindevertretung den neuen ehrenamtlichen Bürgermeister für den Rest der laufenden Wahlperiode“, sagte Kerstin Möbes. Über das genaue Prozedere werde der Hauptausschuss am 25. Januar entscheiden. Der Wahltermin sei noch ebenso offen wie die Frage, ob das Bürgermeisteramt ausgeschrieben wird. Eine erneute Kommunalwahl müsse nach brandenburgischer Kommunalverfassung jedoch nicht erfolgen. Amtierender Bürgermeister ist der bisherige Stellvertreter Manfred Neumann (WG Gemeinsam für Burg).