Dissen versteht es zu feiern. Das ist spätestens seit dem Dorf- und Erntefest im September brandenburgweit bekannt. Julia Kahl, Sachgebietsleiterin Tourismus im Amt Burg, lobt vor allem „die Begeisterung, mit der sich die Dissener an der Gestaltung des Festes beteiligt haben“. Das Engagement der Bürger sei auch für das Heimat- und Trachtenfest Burg künftig stärker gefragt als bisher.

In diesem Jahr lief das wichtigste Burger Fest im Jahreskreis erstmals nach neuem Konzept. Der neue Veranstalter, die Agentur Rica Neels, hat im Auftrag des Amtes, deutlich stärker auf Regionalität und Heimatbezogenheit gesetzt. „Es ging und geht uns auch künftig darum, dass die Burger und die Einwohner der Gemeinden des Amtes das Fest wieder stärker als Präsentation ihres Brauchtums und ihrer Kultur sehen“, sagt Julia Kahl. Dass teure Schlagersänger von weither durchaus verzichtbar seien, habe der Besucheransturm in diesem Jahr gezeigt. Die geschätzte Gästezahl lag nach Angaben des Amtes ebenso wie im Jahr zuvor bei 35 000.

Julia Kahl sieht mit dem Heimat- und Trachtenfest 2011 einen „ersten Schritt in die richtige Richtung“ gegangen. Um das Potenzial des Amtes für das Heimat- und Trachtenfest 2012 noch besser zu nutzen, formiere sich derzeit das Festkomitee neu. „Jede Gemeinde hat das Recht, einen Vertreter zu schicken“, sagt die Tourismus-Expertin. Hinzu kämen Vertreter des Traditionsvereins Striesow, des Heimat- und Trachtenvereins Burg und der Domowina-Jugend.

Ziel sei es, „ein Volksfest, bei dem Erlebnischarakter und Qualität stimmen, unter Beteiligung möglichst vieler Vereine des Amtes“ zu organisieren.

Vor allem das Kinderprogramm beim Dissener Erntefest rege zur Nachahmung an. Basteleien mit Naturmaterialien, eine Springburg aus Stroh, ein Streichelzoo und ein Wissenstest hätten für Spaß und Wissensvermittlung auf spielerische Weise gesorgt.

Auch für eine geplante Traktorenausstellung kommt die entscheidende Anregung aus Dissen. „Wir möchten auf einer Wiese im Dorf landwirtschaftliche Fahrzeuge und Tiere zeigen“, sagt Julia Kahl. Auch eine Springburg könne dort aufgebaut werden. Super angekommen sind in Dissen auch die Vorführungen alter Erntetechniken. So denken die Touristiker im Amt darüber nach, das Kartoffelnhacken und Heuschoberpacken wie zu Großmutters Zeiten ins Programm für Burg aufzunehmen. Selbst auf gastronomischem Gebiet plädiert Julia Kahl dafür, neue Wege zu gehen. „Wir wollen von Bratwurst und Steak abkommen und die Anbieter anregen, mal in Omas Kochbuch zu blättern“, sagt sie. Selbst Pellkartoffeln und Quark bieten sich als regionaltypische Alternative an.

Durch den Verzicht auf Zäune und Eintritt werden die Bewohner von Burg-Dorf stärker ins Geschehen einbezogen. Noch heute spricht Julia Kahl begeistert davon, „wie die Dissener vor dem Fest vor ihren Häusern geputzt und gewerkelt haben“. Auch für Burg könne sie sich vorstellen, dass sich die Vorgärten zum Heimatfest besonders gut gepflegt zeigen. Außerdem sollen die Händler beteiligt werden. So werde das Amt demnächst zu einem Schaufensterwettbewerb aufrufen.

„Insgesamt wünschen wir uns, dass die Burger das Heimat- und Trachtenfest künftig wieder stärker als ihr eigenes Fest betrachten“, sagt die Tourismus-Expertin. Nicht zuletzt gehe es darum, in der Gemeinde und im Amt „das Wir-Gefühl zu stärken “.