Bis zum 12. November hat jeder Bürger Gelegenheit, sich zu den Plänen zu äußern. Bereits im Vorfeld hatte es Erörterungen mit Bürgern und deutliche Widerstände gegeben.

Nach Aussage von Projektentwicklungschef Klaus Hoff, Geschäftsführer der Procon GmbH, Cottbus, sind die Kritiken berücksichtigt worden.

„Wir reden nicht mehr über einen monolithischen Kahlschlag. In weitestgehender Übereinstimmung mit dem regionalen Entwicklungskonzept Masterplan Region Lieberose wird es nun beispielsweise einen bis zu 1,7 Kilometer breiten Grünkorridor zwischen den beiden Solaranlagen geben“ bestätigt auch Ulrich Junghanns. Der ehemalige Brandenburger Wirtschaftsminister gehört zum Projektmanagement-Team.

Insgesamt 4000 Hektar Fläche hat dieses Team im Auftrag der Gemeinde gemeinsam mit Gutachtern unter die Lupe genommen und auf Eignung für die Energieerzeugung aus Wind und Sonne geprüft. „Der südwestlichste Zipfel des Gemeindegebietes hat sich als am besten geeignet herausgestellt“, sagt Hoff.

Ein Grund sei die Nähe zum Umspannwerk Turnow-Preilack. Zudem sei ein Übertragungsnetz vorhanden.

„Es ist einer der wenigen Plätze im Land Brandenburg, wo Strom aus erneuerbaren Energiequellen zeitnah eingespeist werden kann“, so Hoff. Zu Kritik an der Abholzung 70 bis 100 Jahre alter Wälder verweist der Projektentwickler auf verbindliche Vereinbarungen.

Demnach müsse nach Abbau der Anlagen wieder Wald hergestellt werden. Während der Laufzeit seien Waldumbau- und Pflegemaßnahmen in Heide- und Offenlandschaften Pflicht. Zudem sei die gesamte Fläche zu entmunitionieren, „sonst gibt es keine Baugenehmigung vom Landkreis“, erläutert Hoff.

Eigentümer ist die Landesforstverwaltung. Die hat nach Aussage von Hoff signalisiert, den Eingriff unter Auflagen für eine begrenzte Zeit zu akzeptieren. Auch der ökologische Freiraumverbund, in dem keine flächendeckende Bebauung zulässig ist, sei berücksichtigt worden. „All diesen Behörden werden wir uns stellen und sehen, was heraus kommt“, sagt Junghanns. Die Gemeinde Schenkendöbern wolle in einer neuen Zeit ihre wirtschaftlichen Potenziale heben. Die Projektentwickler seien beauftragt dies schlüssig planerisch, rechtlich und finanziell abzusichern.

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Zum themaGeplant sind zwei Fotovoltaikanlagen östlich der stillgelegten Bahntrasse Peitz – Grunow auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose. Baufläche: 650 Hektar (ha) Der Windpark (199 ha) ist bei Pinnow geplant. Für Forschungszwecke entsteht abgestimmt mit dem Landschaftspflegeverband ein Solarfeld (80 ha) in der Reicherskreuzer Heide. Am 1. November gibt es dazu eine Bürgerversammlung in der Gemeindeverwaltung Schenkendöbern. Beginn ist 14 um Uhr.