Sie sollen die Einnahmen von einem alten Computer veruntreut und von manipulierten Abrechnungen von Baufirmen gewusst und sie dennoch bezahlt haben.

Das war alles aus der Luft gegriffen. Es hat eine Gerichtsverhandlung gegeben, in der ich vom Vorwurf Herrn Fliegers freigesprochen wurde. Ich war seinetwegen drei Monate arbeitslos und habe anschließend das Geld nachgezahlt bekommen.

Was haben Sie als Bürgermeisterin in Sonnewalde bewegt?

Uns ist es unter meiner Leitung gelungen, die 17 Ortsteile zusammenzuführen und die Stadt für die Bewohner als Zentrum zu erhalten. Mir war immer daran gelegen, die einzelnen Ortsteile annähernd gleich zu behandeln.

... bei einem Haushalt mit einem Zehn-Millionen-Loch, wo es wenig zu verteilen gibt.

Es ist eine schwierige Situation für Sonnewalde. Wir haben immer versucht, – so wie wir Geld, auch Fördergeld hatten – zu investieren. So bringen wir nach und nach Straßen in Ordnung, modernisieren die Feuerwehrgeräte- und Dorfgemeinschaftshäuser. Festgelegt ist: Nach Goßmar kommt der Bahnhof Möllendorf, dann voraussichtlich Großkrausnik. Im nächsten Jahr wird die Neugestaltung des Gehweges auf der Nordseite fortgesetzt. Wenn Geld da ist, geht es auf der anderen Marktseite weiter.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Auf unsere drei städtischen Kitas und auf die Schule. In die Schule haben wir nach und nach mehr als fünf Millionen Euro gesteckt. Die Kinder aus Sonnewalde sind trotz der dramatischen städtische Haushaltslage nicht schlechter gestellt, als andere Kinder. Sie finden hier die besten Bedingungen zum Lernen vor.

Was ist unerledigt geblieben?

Für unser denkmalgeschütztes Schloss gibt es weder Geld noch ein Konzept, wie die noch leeren Räume genutzt werden können. Das geplante Orgelzentrum hat sich zerschlagen. Die Kutschenkammer original zu sanieren, dafür bekommen wir kein Fördergeld – und wenn, könnten wir den Eigenanteil nicht aufbringen.

Ihr Ziel war es, die Sonnewalder Stadt- und die Massener Amtsverwaltung zusammenzulegen, um Kosten zu sparen. Hier haben Ihnen die Stadtverordneten einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das war ein Fehler. Wir sind nur 17 Leute in der Verwaltung – weniger geht nicht. Sonnewalde muss in Zukunft auf Verwaltungsebene zwangsläufig mit Nachbarn kooperieren. Das hat noch nichts mit Eingemeindung zu tun.

Sie sind bereits von Kleinkrausnik weg nach Lübben verzogen – was machen Sie künftig beruflich?

Ich nehme jetzt eine Auszeit und muss Abstand bekommen. Ich gehe im Januar für ein Jahr nach Südamerika. Zuerst in Peru, aber auch in Argentinien und Ecuador werde ich in einer Farm unentgeltlich Freiwilligenarbeit leisten und an einem Umweltprojekt teilnehmen. Wie es dann weiter geht, weiß ich noch nicht.