Steffi Rölke ist Mitglied des Arbeitskreises „Tagebaukante“, der in Groß Gastrose und Taubendorf tätig ist. Sie widerspricht vehement der Auffassung des Gubener Stadtverordneten und Kreistagsabgeordneten Klaus-Dieter Fuhrmann (CDU). Er hatte im RUNDSCHAU-Interview weitere Plattformen abgelehnt, weil diese die Tagebau-Debatte „zerfasern“.

Steffi Rölke gibt zu bedenken: „In einer Situation, wo die Betroffenheit der Bürger auf so unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommt, kann es nicht genug Plattformen geben. Hier werden Möglichkeiten geschaffen Informationen zu erlangen und natürlich auch die Betroffenheit des Einzelnen – wie immer sie zum Ausdruck gebracht wird – darzustellen. Von einer Zerfaserung der Debatte um den geplanten Tagebau wird keiner, der sich ernsthaft mit dieser Thematik befasst, sprechen. Ich sage ganz deutlich, das hier in Rede stehende Dialogforum ist eine solche Plattform und eine Chance.“

Dass ein solches Forum benötigt wird, zeigen laut Steffi Rölke die Informationsveranstaltungen der gemeinsamen Landesplanungskommission (GL 6) in den betroffenen Gubener Ortsteilen Kaltenborn, Deulowitz und Schlagsdorf. „Es wäre für Klaus-Dieter Fuhrmann ein Leichtes gewesen, die Bürger der Ortsteile zeitnah zu informieren. Er hat es nicht getan. Die Stadt Guben ist mit ihren Einwänden zum geplanten Tagebau im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung erst kurz vor Ultimo auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Hier wäre bereits ein frühzeitiges Handeln erforderlich gewesen“, kritisiert sie. „Die Bürger wissen, dass ihre Einspruchmöglichkeiten weitaus geringer sind, wenn das Planverfahren für den geplanten Tagebau Jänschwalde Nord 2014/2015 positiv entschieden ist. Ab diesem Zeitpunkt kommt das Bundesbergbaugesetz zur Anwendung“, erklärt Steffi Rölke. Plattformen wie das Dialogforum böten den betroffenen Bürgern die Möglichkeit, im Vorfeld ihre Einwände vorzubringen. „Das führt zu keiner Zerfaserung der Debatte um den geplanten Tagebau. Vielmehr werden Bürgerinteressen zeitnah im laufenden Planverfahren berücksichtigt. Ich hoffe daher, dass alle Entscheidungsträger – ob aus der Gemeinde Schenkendöbern oder der Stadt Guben – die Bildung des Dialogforums unterstützen“, sagt Steffi Rölke.