Die Behörde hat damit begonnen, jedem amtlich registrierten Bundesbürger eine unveränderliche, persönliche Steuer- Identifikations-(ID)-Nummer zuzuteilen, die erst 20 Jahre nach dem Tod gelöscht wird. Die Nummer sollte neben der bisherigen schon auf der nächsten Einkommenssteuererklärung angegeben werden, rät der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin. Einen direkten Nutzen habe das nicht - aber es könnte die Bearbeitung beschleunigen.
Denn die Ämter sind zur Arbeit mit der neuen Nummer angehalten. "Und es kann Abstimmungsprobleme vermeiden", so BDL-Geschäftsführer Erich Nöll. Die zentrale Nummer soll Bürokratie abbauen und Steuerbetrug sowie den Missbrauch von Sozialleistungen eindämmen. Vor allem Rentnern wird sie aber mehr Arbeit machen, schätzt der BDL. Denn Rentenkassen, Lebensversicherungen und Versorgungswerke haben es mit der Nummer nun leichter, ausgezahlte Rentenbeträge flächendeckend an den Fiskus zu melden - dazu sind sie seit Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes 2005 verpflichtet.
Bislang nicht erfasste Rentner werden daher möglicherweise bald zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert. Im schlimmsten Fall könnte es laut BDL sogar zu Steuernachzahlungen und Strafverfahren kommen. Die Rentenversicherungsträger sollen seit 2005 die Kontrollmitteilungen an die Finanzämter geben - und allmählich häufen sich nach Aussage von Nöll die Anrufe bei seinem Verband: "Wir rechnen 2009 mit einem Run, dann ist das Netz dicht."
Viele Rentner wüssten immer noch nicht, dass sie ab einer gewissen Einkünftegrenze gesetzlich zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Wer weniger als den Grundfreibetrag in Höhe von 7664 Euro pro Jahr (Ehepaare: 15 329 Euro) bekommt, muss dem Bundesfinanzministerium zufolge jedoch keine Steuererklärung abgeben und auch keine Steuern zahlen. Steuerpflichtig ist auch nicht die gesamte gesetzliche Rente, sondern nur ein Teil. Wie viel das ist, hängt davon ab, wann jemand in Rente gegangen ist.
War das beispielsweise im Jahr 2005 der Fall, ist die Hälfte steuerpflichtig. Wer 2010 in den Ruhestand geht, muss 60 Prozent versteuern. Von den Einkünften werden alle Ausgaben wie Krankenversicherungsbeiträge und Werbungskosten abgezogen. (dpa/sha)