Der Entführer ging mit großer Brutalität vor. Eine ganze Region ist schockiert, seit der Gangster einen Berliner Investment-Banker im beschaulichen Storkow in Brandenburg kidnappte. Der Mann verübte seine Tat ohne jeden Skrupel.

Die Polizei warnt vor seiner Gefährlichkeit: Der Täter hat eine Waffe dabei und versetzte sein Opfer in Todesangst. Vermutlich ist er noch in der Nähe, kennt sich dort wahrscheinlich aus. "Die Bürger haben zwar keine Angst, aber ein mulmiges Gefühl", sagt Storkows Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (SPD).

Seit vergangenem Wochenende ist der Täter auf der Flucht, ein Großaufgebot an Polizisten sucht in dem Gebiet mit Wäldern und See nach ihm. Polizisten - etwa 200 Beamte - sind im Einsatz und befragen Zeugen. Hubschrauber suchen aus der Luft, Taucher im Wasser, und Hunde nehmen Spuren auf.

Der Mann mit der Imkermaske dringt am vergangenen Freitag in das wohl monatlang ausspionierte Haus des Berliner Unternehmers ein. Er lässt sein Opfer von dessen Ehefrau vor den Augen des kleinen Sohnes fesseln und feuert mit einer Pistole in die Luft. Dann flüchtet er mit einem Boot auf eine kleine Schilfinsel im großen Storkower See. Sein Opfer zieht er im eiskalten Wasser über eine Stunde hinter sich her. Der 51 Jahre alte Manager kann am Sonntag glücklicherweise fliehen, der Entführer ist verschwunden.

Die ungeheure Kaltblütigkeit der Tat findet in den vergangenen Jahren in der Region kaum Vergleichbares, sagt Mario Heinemann von der Polizei-Pressestelle. "Der Mann hat nicht nur eine Waffe dabei, er benutzt sie auch. Und er geht mit entschiedener Entschlossenheit vor", sagte er. Akribisch habe er die Tat geplant, sein Opfer ausgewählt, das Versteck gesucht und sein Lösegeld gefordert.

Spekulationen, der Täter könnte angesichts seines Vorgehens ein Ex-Elitesoldat der NVA oder ein Stasi-Mann sein, weist Heinemann zurück. "Wir prüfen in alle Richtungen", betont er. Der Täter soll etwa 25 bis 50 Jahre alt sein, etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß und von muskulöser Statur.