Ein Gericht in Carlisle in Nordwest-England verurteilte Patricia Tabram zu 250 Stunden unbezahlter gemeinnütziger Arbeit und einer Geldstrafe von umgerechnet rund 1470 Euro. In einem Schrank der Rentnerin waren vier Cannabispflanzen gefunden worden. Sie hatte damit nach eigener Aussage ihre Depression und Schmerzen kuriert und Currygerichte, Kekse, Suppen und Aufläufe für sich und Bekannte gekocht.
Der früheren Lehrerin drohte eine sechsmonatige Haftstrafe. Ein Gericht hatte diese im April 2005 wegen derselben Vorwürfe verhängt, aber auf zwei Jahre Bewährung ausgesetzt. Auch jetzt gibt sich Tabram kämpferisch: "Ich werde weiterhin mit Cannabis behandeln." Mit ihrer Vorliebe für illegale Drogen hat die 68-Jährige in ihrer Heimat mittlerweile eine gewisse Popularität erlangt: Nach ihrer ersten Verurteilung verfasste sie ein Buch mit dem Titel "Grandma eats Cannabis" ("Großmutter isst Cannabis") und trat bei einer Wahl sogar auf der Liste einer Pro-Cannabis-Partei an.
Ungemach droht der Britin nun allerdings auch von anderer Seite: Der Besitzer ihres Hauses, eine soziale Organisation, könnte sie wegen des Bruchs ihrer Bewährungsauflagen auf die Straße setzen. (dpa/uf)