Und es wird laut und teuer, mit vielen Lichtern und es wird nach Glühwein riechen überall.

Was meinst du – wie viele werden eigentlich wissen, warum sie feiern? Das Fest der Liebe, des Friedens und der Geschenke? Na gut. Da haben früher irgendwelche Missionare, so hab ich es mir sagen lassen, dem uralten Mittwinterfest eine christliche Bedeutung gegeben – seitdem feiern wir am 24. Dezember.

Aber wenn du dich selbst sehen lassen würdest, hier in unserer Stadt –ich wette, dich würde keiner zu deiner eigenen Geburtstagparty einladen. Einen, der auf der Straße lebt und mit Leuten seinesgleichen zusammen ist. Du bist ja damals vor 2000 Jahren durchs Land gezogen. Du bist zu den Menschen gegangen, die im Dreck lagen. Du hast sie aufgerichtet und gesagt: Mensch, du bist mir unendlich viel wert. Gott schiebt dich nicht beiseite und gibt nicht den Erfolgreichen, Schönen und Gesunden den Vorzug. Weil er dich liebt.

Ja, so etwa war es. Und viele Menschen sind nach der Begegnung mit dir gesund geworden. Entdeckten Würde und Hoffnung für sich.

So stelle ich mir das vor mit dir.

Weißt du, Jesus, wann mir zuletzt einer mal so was gesagt hat, wie: Du bist mir was wert! Ich kann mich nicht erinnern. Aber deine Geburt feiern doch die Leute mit so einem großen Aufwand? Als ob du ihnen wichtig bist und das, was du getan und gesagt hast. Vielleicht gibt es tatsächlich noch einige, die meinen, es gäbe dich wirklich. Und du seist manchmal mitten dabei. Ein klein bisschen Grün am fast toten Zweig. Mal sehen, ob ich einen treffe. Ach so: Alles Gute zum Geburtstag!

*Der Autor ist Pfarrer

in Finsterwalde