Antoni, die am Sonntag ihren 70. Geburtstag feiert, ist ein echter Publikumsliebling - ob in ihrer Paraderolle als Brechts "Mutter Courage" am Berliner Ensemble oder als kauzige Schwester des Brandenburger Dorfpolizisten "Krause" in der ARD.

"Die Antoni" gehört zu den vielseitigsten Charakterköpfen des deutschen Theaters und Fernsehens. Fast 40 Jahre war sie festes Mitglied des derzeit von Claus Peymann geleiteten Berliner Ensembles - bis sie vor zwei Jahren kündigte. Seither dreht sie viel und ist am Berliner Ensemble als Gast in "Nathan der Weise" und "Mutter Courage und ihre Kinder" zu sehen. Bei einer Matinee am 6. September wird Antoni dort auch groß gefeiert.

Schon sehr früh lernte Antoni, auf eigenen Füßen zu stehen. Im Alter von zehn Jahren wurde sie für das DDR-Fernsehen entdeckt, machte bald darauf auch Kinderkabarett. Bereits während ihres Schauspielstudiums trat Antoni am Potsdamer Hans-Otto-Theater auf. Zeitgleich spielte sie erste Rollen in Defa-Kinofilmen. Anfang der 70er-Jahre wechselte sie an die Berliner Volksbühne - bis das Berliner Ensemble rief. "Im Film hat es am Anfang nicht so sehr geklappt. Ich war kein Liebhabertyp. Da passte ich einfach nicht rein, aber ich passte dann eben in andere Sachen rein", erzählt die 1,52 Meter große Schauspielerin.

"Und irgendwann - zu tiefsten Ost-Zeiten - hat einer dann mal geschrieben: Warum besetzt man eigentlich nicht die Antoni, unsere Ost-Masina. Und nachdem das Wort Masina zweimal gefallen war, bekam ich auch ganz schnell Charakterrollen", sagt Antoni über den Vergleich mit der italienischen Schauspielerin Giulietta Masina.

Im wiedervereinigten Deutschland spielte Antoni in vielen Erfolgsfilmen: Jo Baiers TV-Verfilmung des Strittmatter-Romans "Der Laden", Michael Hanekes preisgekröntes Kinodrama "Das weiße Band" und Stephen Daldrys Hollywoodfilm "Der Vorleser" mit Kate Winslet. Ans Aufhören denkt sie nicht: "Es gibt noch ein paar alte Schachteln, die ich noch nicht gespielt habe."